Das Sturmtief "Harry", das in den vergangenen Tagen auf Mallorca wütete, hat auch zahlreiche Lokale in der Urlauberhochburg Cala Rajada hart erwischt. Betroffen ist unter anderem Reality-Star Peggy Jerofke, deren Restaurant "Tiki Beach" durch "tsunamiartige Wellen" erheblich beschädigt wurde. Der Meeresboulevard von Cala Rajada wurde zeitweise überschwemmt.
Die Auswanderin und Gastronomin erklärte bei einem MM-Ortsbesuch im Inselosten, dass sich ihr Lokal derzeit eigentlich im "Winterschlaf-Modus" befinde und aufgrund der Nebensaison geschlossen sei: "Vor zwei Tagen bin ich morgens aufgewacht und habe eine Nachricht von einem unserer Mitarbeiter bekommen. Er hat mir Fotos geschickt, auf denen zu sehen war, dass unser Lokal offenstand. Zwei Fensterscheiben der langen Front waren aufgedrückt. Ich wusste erst gar nicht, was los ist und dachte im ersten Moment sogar an einen Einbruch."
Der besagte Mitarbeiter war, wie Jerofke ergänzte, auf dem Weg zu seiner Winterarbeit auf einer Baustelle, als ihm die offenen Fenster auffielen. "Zuerst dachten wir noch, vielleicht hätten die Wellen über die Mauer geschlagen und irgendwie die Scheiben aufgedrückt – aber wir konnten uns das gar nicht richtig erklären. Es hieß sogar, die Wellen sollen bis zu acht oder zehn Meter hoch gewesen sein. Genau wissen wir es nicht, aber sie müssen wirklich enorm gewesen sein", so die Deutsche weiter.
Mitarbeiter entdeckten den Schaden
Fotos und Videos vom entstandenen Schaden stellte Jerofke MM zur Verfügung. Sichtlich aufgeregt berichtete sie: "Alles stand unter Wasser. Schlamm, Sand, Salz – das Meer war praktisch bis ins Lokal geschwappt. Der komplette Innenraum war überschwemmt. Wir haben einen Holzboden, Holzmöbel, eine neue Bestuhlung und hochwertige Sessel. Alles war klitschnass. Da kommt natürlich einiges zusammen."
Den genauen finanziellen Schaden konnte sie derzeit noch nicht beziffern. Sie ging jedoch davon aus, dass die Geschäfts- beziehungsweise Inventarversicherung für die Kosten aufkomme. "Ich habe direkt unsere Putzkolonne angerufen. Die haben gestern schon angefangen: alles trocknen, Möbel rausstellen, reinigen. Heute werden die Möbel noch mit speziellen Holzmitteln behandelt. Insgesamt werden die Aufräumarbeiten etwa zwei Tage dauern."
Die Sturmwarnung des spanischen Wetterdienstes Aemet wurde derweil ausgeweitet und verlängert. Bis einschließlich Samstag soll es auf Mallorca sehr windig bleiben, weiterhin sind heftige Sturmböen und hoher Wellengang angekündigt. Nicht nur an den Küsten, sondern auch im Landesinneren gilt stellenweise Warnstufe Gelb. Bleibt zu hoffen, dass das "Tiki Beach" vom kommenden Sturm verschont bleibt.
Die Goodbye-Auswandererin erinnerte sich, dass sie bereits einmal Ähnliches erlebt hat: "Vor etwa fünf Jahren gab es eine ähnliche Situation. Damals wurde sogar die komplette Fensterfront zerstört. Danach hat man die Schutzmauer höher gebaut. Aber wenn die Wellen wieder so extrem hoch sind, reicht selbst das nicht." Glücklicherweise seien derzeit Betriebsferien. Während der Hauptsaison und im laufenden Betrieb wären die Auswirkungen deutlich gravierender gewesen. Am 1. April öffnet das "Tiki Beach" pünktlich zum Saisonstart wieder seine Pforten und bietet internationale Küche mit japanischen, peruanischen und hawaiianischen Spezialitäten an.