Auf Mallorca sind erneut fremden- und tourismusfeindliche Schmiererein aufgetaucht. Dieses Mal ist eine deutsche Geschäftsinhaberin zur Zielscheibe der Massifizierungsgegner geworden. Erst am vergangenen Sonntag hat die Mallorca-Residentin Soraya ihr Yoga-Studio samt Café eröffnet – und schon ist es mit Graffitis verschandelt worden. Es liegt im Trendviertel Pere Garau der Inselhauptstadt. MM sprach mit der jungen Frau über den Vorfall und wieso Mobbing dieser Art für sie ein altbekanntes Problem ist.
Auf dem Schaufenster sowie der Mauer des neuen Geschäfts der Deutschen in Palma de Mallorca prangerte in schwarzer Farbe der Spruch: "Weniger Tourismus, mehr Kiez". In der Nacht auf Sonntag sei die Schmiererei angebracht worden, erzählt die Betroffene Soraya im Gespräch mit MM. Am Samstag habe man ein Soft-Opening des Yoga-Studios gefeiert, am Sonntag waren die Türen dann "für alle geöffnet". Sie selbst sei "unfassbar traurig" gewesen nach dem Vorfall.
Die Kritik am Massentourismus sowie der Gentrifizierung des Pere-Garau-Viertels in Palma de Mallorca verstehe Soraya. Doch habe sie ihr Studio samt Café als "Ort der Begegnung" eröffnet, sagt sie. Für das Sport- und Essensangebot wolle sie beispielsweise einen Residentenrabatt ermöglichen, um auch Einheimische anzulocken. Bei der Eröffnung seien auch Vertreter der Stadtverwaltung von Palma sowie die Anwohnervereinigung des Viertels zugegen gewesen. In einem Facebook-Post verurteilte die Vereinigung den Akt:
Fremdenfeindlichkeit sei für die deutsche Mallorca-Residentin Soraya nichts Neues, erzählt sie. Als Kind war sie mit ihren Eltern auf die Insel gekommen und im Osten aufgewachsen. Als Deutsche sei sie auf der Dorfschule in Artà "oft gemobbt worden". Dabei spricht die junge Frau noch heute fließend Mallorquinisch und Spanisch, vor zwei Jahren hat sie sich aus Hamburg kommend fest auf Mallorca niedergelassen. Als Influencerin teilt sie seitdem in den sozialen Netzwerken ihren Insel-Alltag.
Derweil sind die Schriftzüge an dem Yogastudio seitens der Stadt bereits entfernt worden. An verschiedenen Orten der Insel tauchen immer wieder deutschen- und fremdenfeindliche Schmierereien auf. Zuletzt hat es ähnliche Fälle in Santanyí gegeben. An mehreren Toren von Luxusanwesen wurden die Schriftzüge "Raus auf Mallorca" angebracht. Hier lesen Sie mehr zu den Fällen.