Eine fünfköpfige Familie aus Deutschland hat im Urlaub auf Mallorca eine böse Überraschung erlebt: Ihr Mietwagen wurde in Formentor von Dieben aufgebrochen, 1000 Euro Bargeld wurden entwendet. Weil die Touristen gerade Aufnahmen des beliebten Aussichtspunktes der Insel mit ihrer eigenen Drohne anfertigten, konnten sie auch die Täter filmen. Mit dem Material gingen die Geschädigten anschließend zur Lokalpolizei in Pollença – MM haben sie ihre Geschichte erzählt, um andere zu warnen.
Die 29-jährige Nicole H. aus dem Allgäu war Mitte März auf die Insel gereist, um mit der ganzen Familie eine Auszeit zu genießen. "Ich war mit meinem Partner, meiner Schwester und meinen Eltern auf Mallorca", erzählt sie. In Peguera im Südwesten befand sie ihre Unterkunft, "wir hatten aber ein Mietauto genommen und sind jeden Tag wo anders hingefahren." Auf der Insel kenne sie sich gut aus, vor etlichen Jahren habe sie auch ein paar Sommermonate vor Ort gearbeitet. Sie reise viel und sei nie beklaut worden.
Bis zum verhängnisvollen Vormittag vor rund zwei Wochen auf Mallorca. Am Freitag, 20. März, war die Urlauberin Nicole H. samt ihrer Familienmitglieder an den nördlichsten Zipfel der Insel gefahren: zum beliebten Aussichtspunk Talaia d'Albercutx in Formentor. Den Mietwagen stellten sie auf einem Parkplatz ab und liefen hoch zum Aussichtspunkt. "Wir haben dann dummerweise unsere Taschen im Auto gelassen, weil wir uns gedacht haben: 'Da oben kann man ja eh nichts kaufen und wir sind ja gleich wieder zurück'", erinnert sich die Deutsche zurück. In den Handtaschen befanden sich 1000 Euro Bargeld.
Während die Urlauberfamilie den Ausblick genoss, wurde die Alarmanlage des Mietwagens ausgelöst. "Die Diebe müssen uns beobachtet haben", vermutet Nicole H. "Die Täter sind über die Beifahrertüre eingestiegen und haben diese aufgebrochen." Zufälligerweise hatte die Frau ihre eigene Drohne dabei, um im Urlaub Landschafts- und Panoramaaufnahmen zu machen. Mit dieser Kamera konnte sie dann Fotos der mutmaßlichen Tätern machen. Auch ein weiterer, nebenan geparkter Wagen sei ausgeraubt worden, heißt es. "Die Täter sind auf jeden Fall Profis, denn zwischen dem Einbruch und der Flucht lagen nur wenige Minuten."
1000 Euro weg, Mietwagen aufgebrochen
1000 Euro Bargeld weg, Mietwagen aufgebrochen – also rief die Urlauberin Nicole H. die Polizei zum Tatort. Die Beamten hätten nach dem Fluchtwagen der mutmaßlichen Kriminellen Ausschau gehalten – ohne Erfolg. Danach seien die Deutschen zur Lokalpolizei nach Pollença gefahren, um Anzeige zu erstatten. Dass die Urlauber Fotos und Videos der Diebe mit ihrer eigenen Drohne gemacht hatten, habe die Beamten wenig beeindruckt, erzählt die Betroffene: "Auf die Fotos haben sie nicht reagiert beziehungsweise wollten nicht, dass wir diese zuschicken. Wir haben diese dann im Nachhinein sogar extra nochmal per Mail versendet."
Trotz des geklauten Bargelds habe die Familie Glück im Unglück gehabt, berichtet die 29-Jährige. Denn der Mietwagenanbieter sei für den hohen Sachschaden am Auto aufgekommen, der durch den Einbruch entstanden war. Zurück in ihrem Zuhause im Allgäu und einige Tage nach dem Diebstahl-Vorfall in Formentor habe Nicole H. dann zu googlen angefangen und sei auf die MM-Berichterstattung gestoßen. Erst dann habe sie bemerkt, dass der Aussichtspunkt im Insel-Norden durchaus als Hotspot für Taschendiebe und Kriminelle bekannt ist.
Hier lauern Taschendiebe
Die Fotos der mutmaßlichen Taschendiebe stellte die Betroffene daraufhin der Redaktion zur Verfügung, "damit Urlauber vielleicht genau an diesen Stellen besser aufpassen und im besten Fall die Täter gefunden werden können", sagt sie. Grundsätzlich warnen die Polizeibehörden auf Mallorca vor allem an Sehenswürdigkeiten und in Menschenmassen vor Taschendieben. Die Kriminellen lauern am Flughafen, an Stränden und Buchten sowie Aussichtspunkten, aber auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Manchmal tarnen sie sich sogar als Touristen. Wertgegenstände sollte man eng am Körper tragen oder noch besser im Hotelsafe sicher verstauen. Jeder Diebstahl sollte zur Anzeige gebracht werden.