Eigentlich serviert er Champagner auf Fincas von Superreichen auf Mallorca oder reicht Filmstars auf deren Yachten in den Gewässern der Balearen den Kaffee zum Frühstück. Doch manchmal lässt sich der auf der Insel lebende VIP-Butler Daniel Rudolf etwas Besonderes einfallen. So wie in diesem Fall: Wer mit dem Auto auf der Avenida Gabriel Roca in Richtung Flughafenautobahn fährt, sieht nahe dem Stadtteil Portixol ein überdimensionales Werbeplakat von ihm. Darauf ist er in einem weißen Smoking zu sehen. Doch dieses Motiv ist inzwischen nicht mehr aktuell. Die Plakatwand (Billboard) im Stadtteil Nou Llevant in Palma wurde kürzlich neu gestaltet – und zeigt den "Promi-Butler" nun auf einem E-Foil über dem Wasser schwebend.
"Die Idee ist entstanden, weil ich Ende letzten Jahres mit der Fotografin Nicole Langholz darüber gesprochen habe, dass ich ein starkes Bild für mein Buchcover brauche. Es sollte etwas mit Mallorca zu tun haben, mit Wasser, Meer, Strandfeeling und gleichzeitig ein klassisches Element wie ein Butler-Anzug und ein Tableau", erzählt Rudolf.
Die deutsche Fotografin habe schließlich die Idee eingebracht, das Ganze auf einem E-Foil umzusetzen und ihn Sushi auf einem Tablett zu einem Boot servieren zu lassen. Daraus entwickelte sich ein komplettes Konzept. Rudolf selbst habe sie dann überzeugt, dass Champagner als klassisches Luxus-Symbol die passendere Wahl sei. Das Buch des 44-Jährigen soll im November erscheinen.
Seine Arme taten weh und die Beine zitterten beim Shooting
Hinter der außergewöhnlichen Kampagne steckt jedoch intensive Arbeit. "Angefangen hat alles im Oktober letzten Jahres. E-Foil Riders Mallorca hat mich eingeladen und unterstützt. Da bin ich zum ersten Mal auf einem E-Foil gestanden, beim zweiten Versuch sogar schon mit einem leeren Tablett", so Rudolf. Im November folgte ein vierstündiges Training auf dem Wasser. "Ich bin unzählige Male gestürzt, habe aber dabei am meisten gelernt."
Im Februar kam es dann zum ersten Shooting in der Dreifingerbucht (Cala de Portals Vells). "Da bin ich erst nach etwa 20 Minuten ins Wasser gefallen – bei 15 Grad Wassertemperatur, damals noch mit Neoprenanzug." Im März folgte ein zweites Shooting in Magaluf.
Dabei bewegte er sich mit rund 20 bis 30 Stundenkilometer über das Wasser, musste konstant die Balance halten und wiederholt Runden drehen. "Das Shooting war extrem aufwendig. Ich bin 20 bis 30 Runden gefahren. Irgendwann haben meine Arme wehgetan und die Beine gezittert. Nicole hat mich immer wieder motiviert, noch eine Runde zu drehen." Nach einem Sturz sei selbst das Schwimmen bei 16 Grad ohne Neoprenanzug eine echte Herausforderung gewesen.
Dass das fertige Bild später für Verwunderung sorgte, überrascht Rudolf nicht. "Es ist echt, aber viele denken, es sei mit KI gemacht. Selbst die Arbeiter, die das Billboard aufgehängt haben, waren überzeugt, dass so etwas heute nur noch mit KI entsteht. Ich musste sie erst mit einem Video auf meinem Handy überzeugen", sagt Daniel Rudolf mit einem Schmunzeln.