An einem sonnigen Freitagnachmittag im April, der in Palma beinahe schon sommerliche Temperaturen mit sich brachte, dürften einige Fans der Dokusoap Hartz und herzlich – Tag für Tag Benz-Baracken ihren Augen kaum getraut haben. In den Straßen der Altstadt war plötzlich Michael Klesius, bekannt als „Hausmeister Michael”, gemeinsam mit seinem Kollegen Lothar H. unterwegs. Die beiden Mannheimer verbrachten im Rahmen eines dreitägigen Kurzurlaubs in Santa Ponça einen Tag in der balearischen Hauptstadt. Selbst dort wurden sie von einigen eingefleischten Fans der Serie erkannt, wie sie berichteten.
Der heute 58-jährige Michael Klesius gehört zu den prägenden Gesichtern der Serie, die seit 2017 unter anderem in den Benz-Baracken, einem sozialen Brennpunkt in Mannheim, gedreht wird. Der ausgebildete Maler und Lackierer sowie Berufskraftfahrer ist in der Sendung als Hausmeister zu sehen und fällt dabei vor allem durch seine hilfsbereite Art auf. „Ich bin in erster Linie für die Menschen da. Ich helfe, wo ich kann – ganz klar. Aber es geht nicht nur ums Geben. Entscheidend ist, dass die Leute auch selbst mit anpacken. Unterstützung funktioniert nur, wenn beide Seiten etwas beitragen.”
„Es ist hier ganz anders als in Deutschland”
Für Klesius ist es der erste Aufenthalt auf Mallorca – entsprechend groß ist seine Begeisterung: „Ein guter Freund hat mir geraten, mir die Insel einmal anzuschauen und einfach ein bisschen runterzukommen. Und ja, es ist wirklich schön hier.” Auf dem Programm stehen für Hausmeister Michael und Lothar H., einen weiteren Bewohner der Benz-Baracken, unter anderem Wanderungen im Tramuntana-Gebirge. Den Ballermann wollen sich die beiden TV-Bekanntheiten hingegen für einen späteren Urlaub aufheben – in diesem Jahr setzen sie bewusst auf Ruhe und Erholung. Euphorisch beschreibt Klesius seine Eindrücke: „Es ist hier ganz anders als in Deutschland. Kaum steigt man aus dem Flugzeug, spürt man sofort diese Wärme auf der Haut – und das, obwohl eigentlich noch Frühling ist.”
Über die RTLZWEI-Dokusoap, in der er mitwirkt, sagt Klesius: „Für mich ist die Serie absolut real. Es gibt kein Drehbuch oder Ähnliches. Ich bin 2018 durch meine Hilfsaktionen im Viertel eher zufällig dazugekommen.” Als „Hausmeister Klesius” gilt er heute als gute Seele der Benz-Baracken. Neben seinem Engagement vor Ort ist er auch ehrenamtlich für das Deutsche Rote Kreuz tätig und für zahlreiche Hilfsaktionen bekannt. „Ich unterstütze Menschen, die Hilfe brauchen – nicht nur im Mannheimer Viertel, sondern auch darüber hinaus, etwa bei krebskranken Kindern oder anderen sozialen Projekten.”
Erst kürzlich konnte er bei einem Fußball-Benefizspiel rund 12.000 Euro sammeln. Die Spenden kamen Frühgeborenen auf der Intensivstation eines Klinikums zugute. „Das Geld entsteht zum Beispiel durch Auktionen, Haushaltsauflösungen oder Veranstaltungen. Dabei werden Gegenstände verkauft und die Erlöse gespendet”, erklärt Klesius.
Sowohl ihm als auch Lothar H. ist bewusst, dass ein Mallorca-Urlaub für viele Bewohner der Benz-Baracken im Stadtteil Waldhof kaum erschwinglich ist. „Viele Menschen dort leben von staatlichen Leistungen wie dem Bürgergeld”, sagt Klesius. Oft reiche das Einkommen gerade aus, um den Alltag zu bestreiten – für eine Reise bleibe in der Regel kein Spielraum. „Ein paar Tage Mallorca kosten schnell mehrere hundert Euro – das ist für viele einfach nicht machbar.”
Seine Eindrücke von der Insel teilt Michael Klesius übrigens mit seinen 23.000 Followern auf Social Media ( TikTok: Michael Klesius ). Dabei äußert er sich neben Eindrücken vom Strand oder Hotel auch zu den Spritpreisen auf der Insel. Klesius, der sich für keine Hilfsaktion zu schade ist, erklärt abschließend: „Auch wenn die Not hier in Palma nicht immer sichtbar ist, gibt es auch hier Armut. Und auch hier würde ich sofort mit anpacken, um Not zu lindern. Denn jeder Mensch ist gleich, egal ob Deutscher oder Spanier.”