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Abkühlung auf dem Immobilienmarkt: Ein Drittel weniger neue Hypotheken im Mai als im Vorjahr

Der Maklerverband auf Mallorca rechnet aber nicht mir sinkenden Preisen. Hohe Zinsen und ein geringes Angebot wirken sich negativ auf die Marktlage aus

Teuer, teurer, Calvià: Mallorcas Küstenort bei Wohneigentum landesweit auf Rang sechs

Der Blick potentieller Immobilienkäufer bleibt skeptisch. Hohe Finanzierungszinsen und ein geringes Angebot halten die Preise auf den Inseln hoch. | Gemma Marchena

| Palma, Mallorca |

Im zurückliegenden Monat Mai wurden auf den Balearen 34 Prozent weniger Hypotheken für den Erwerb von Eigenheim aufgenommen als noch ein Jahr zuvor. Das geht aus Zahlen hervor, die das spanische Statistikamt INE am Donnerstag veröffentlichte und auf die sich das MM-Schwesterblatt "Ultima Hora" am Freitag berief. Demnach wiesen die Inseln einen der größten Einbrüche bei Hypotheken in ganz Spanien auf. Im gesamten ersten Halbjahr ging die Zahl der Neu-Hypotheken gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 17 Prozent zurück. Spanienweit betrug dieser Wert zwölf Prozent.

Zu niedrigeren Preisen für Wohnungen und Häuser wird der zahlenmäßige Rückgang an Hypotheken nach Einschätzung von Experten aber nicht führen. "Es gibt immer weniger Angebote auf dem Markt", so José Miguel Artieda, Vorsitzender des balearischen Maklerverbands API. Zudem machten es die enorm gestiegenen Zinsen für Häuslebauer immer schwieriger, überhaupt noch auf das Wohlwollen der Banken zu stoßen. Im Durchschnitt, so Artieda, liege der monatliche Hypothekenbetrag gegenwärtig 300 Euro über dem Wert von vor anderthalb Jahren.

Zwischen Januar und Juni nahmen auf den Balearen insgesamt 5454 Käufer von Wohneigentum eine Hypothek auf. Obwohl diese Zahl deutlich unter der vom Vorjahr (minus 17 Prozent) lag, ergab sich beim Gesamtvolumen ein Plus von fünf Prozent: 1,8 Milliarden Euro. Häuslebauer ließen sich von ihren Banken durchschnittlich 343.500 Euro finanzieren. Die Tendenz des ersten Halbjahres, so die Einschätzung von Artieda, werde sich in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen. Zu den negativen Faktoren wie hohen Zinsen und geringes Angebot komme darüber hinaus fehlendes Bauland. "Diese Entwicklung ließ sich bereits vor Beginn der Pandemie absehen", sagte Ardieta.

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