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Auf Mallorca startet das Smooth Jazz Festival von Sa Coma

Musik hautnah: In Sa Coma treten Ikonen des Smooth Jazz auf. | Veranstalter

| Sa Coma, Mallorca |

Nach der Schule hatte Chris Walker nur eines im Sinn: Weg von zu Hause! Mit nichts als 40 Dollar in der Tasche und seinem Gepäck zog der Bassist und Sänger von Houston nach New York. Sein Ziel: ein Studium an der New School for Jazz and Contemporary Music. Um die Aufnahmegebühr zahlen zu können, verkaufte er seinen Bassverstärker. Doch das Geld reichte nicht. Glück im Unglück: Einigen Studenten fehlte für eine Jam-Session der Bassist, Walker ging auf die Bühne. Wie es der Zufall wollte, saß der Dekan der Schule im Publikum. Folge: Walker erhielt ein Vollstipendium, seine Karriere nahm ihren Lauf. Er arbeitete mit Musikern wie George Benson und Dee Dee Bridgewater zusammen, wurde Musikdirektor von Al Jarreau.

Chris Walker ist einer von 19 Künstlern und Gruppen, Festivalband inklusive, die von Montag, 13. Mai, bis Sonntag, 19. Mai, beim Mallorca Smooth Jazz Festival in Sa Coma auftreten. Smooth Jazz wird stark von Rhythm and Blues, Funk, Rock und Popmusik beeinflusst. Obwohl der Begriff selbst das Wort Jazz enthält, hat das Genre musikalisch gesehen nicht allzu viel mit der traditionellen Jazzmusik zu tun, sondern ist mehr auf sanfte Pop- und R’n’B-Musik ausgerichtet.

Das Festival findet zum achten Mal im Protur Biomar Gran Hotel & Spa statt und ist das einzige Smooth Jazz Festival im Mittelmeerraum. Sein Markenzeichen: Größen dieser Stilrichtung aus den USA, aber auch aus Großbritannien und Island. Mit dem Saxofonisten Norbert Fimpel und dem Gitarristen Tolo Servera ist auch Mallorcas Musikszene vertreten. Das Duo tritt am 14. Mai zwischen 10 und 14 Uhr bei einer Bootsfahrt auf. Am Abend desselben Tages stehen der US-amerikanische Trompeter Rob Zinn und der niederländische Sänger Bart Branjes gemeinsam auf der Hotelbühne.

An den Folgetagen gibt es jeweils Doppelkonzerte, die um 20.45 Uhr beginnen. Am 15. Mai stehen der New Yorker Gitarrist Chieli Minucci und anschließend die kalifornische R’n’B-, Funk- und Contemporary-Urban-Jazz-Kombo DW3 auf dem Programm. Chris Walker und der Saxofonist Eric Darius, der schon mit George Benson, Carlos Santana oder Marcus Miller auftrat, sind die Acts am 16. Mai. Einen Tag später gehört die Bühne dem US-amerikanischen Saxofonisten Marion Meadows, einer der Urban-Jazz-Größen, und der isländischen Band Mezzoforte, die seit 42 Jahren besteht und 1983 mit dem Stück „Garden Party“ ihren größten Hit hatte.

Zwei Doppelkonzerte gibt es am Samstag, 17. Mai. Ab 11 Uhr treten der US-amerikanische Meister des Bass-Solos, Julian Vaughn, und das in Toronto ansässige Electro-Jazz-Duo Four80East auf, um 20.45 Uhr die in New York lebende Flötistin Ragan Whiteside und der schottisch-kalifornische Saxofonist Richard Elliot.

Am Sonntag endet das Festival mit drei Konzerten. Um 11 Uhr machen der Keyboarder Greg Manning, eine der festen Größen des Smooth Jazz, und der kalifornische Saxofonist Jeff Ryan den Anfang, gefolgt von dem kalifornischen Gitarristen Steve Oliver, der sich vor seiner Solo-Karriere als Sideman von Larrry Carlton, Gato Barbieri und den Neville Brothers einen Namen machte. Das letzte Konzert des Festivals findet in Son Servera vor der Kulisse der unvollendeten Kirche Església Nova statt, die der Gaudí-Schüler Joan Rubió i Bellver entworfen hatte. Dort tritt um 21 Uhr das Duo Pieces of Dream des Keyboarders James Lloyd und des Schlagzeugers Curtis Hammon auf, das bislang 22 Alben veröffentlicht hat. Sein Markenzeichen: eingängige Riffs, ansteckende Grooves und fesselnde Vocals.

Der Eintritt beträgt pro Doppelkonzert 70 Euro, die Boattour mit Norbert Fimpel und Tolo Servera schlägt mit 66 Euro zu Buche, das Abschlusskonzert mit 55 Euro. Tickets können unter smoothjazzshop.eu reserviert werden.

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