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Mehr als 160 Millionen Zuschauer weltweit: Dieses Kult-Musical wird erstmals in Palma de Mallorca aufgeführt

Vom 27. Februar bis 8. März kann man sich im Auditorium der Inselhauptstadt Andrew Lloyd Webbers Welthit "Das Phantom der Oper" zu Gemüte führen

Der Phantasie von Webber entsprang auch die allseits bekannte halbe Maske, mit der das Phantom sein entstelltes Gesicht bedeckt | Foto: Veranstalter

| Palma, Mallorca |

Es muss schon einiges zusammenkommen, um im Staate Großbritannien irgendwann Teil des elitären Hosenbandordens werden zu dürfen. Erst nach über 30 Jahren Wartezeit – schon 1992 war er zum normalen Ritter geschlagen worden – wurde Musical-Erfinder Andrew Lloyd Webber 2024 durch König Charles III. diese Ehre zuteil.

Damit ist der 1948 geborene Zampano also Mitglied des exklusivsten, im Jahr 1348 von King Eduard III. gegründeten Ordens im Inselstaat! Und das verdiente er sich unter anderem in den vergangenen Jahrzehnten durch Musicals wie „Das Phantom der Oper”, das im Jahr 1986 uraufgeführt wurde und seitdem durch die Welt tingelt. Und das aus Barcelona kommend schon bald erstmals in Palma de Mallorca aufschlägt und vom 27. Februar bis zum 8. März im Auditorium dargeboten wird!

Die Hauptdarsteller Daniel Diges und Ana San Martín vor der Kathedrale von Palma de Mallorca. Fotos: Veranstalter

Der erfahrene spanische Darsteller Daniel Diges spielt Erik, den körperlich deformierten Bewohner einer Oper in Paris, eine Art Glöckner von Notre Dame der Neuzeit. Die bereits seit ihrem 16-jährigen Lebensjahr im Musical-Business aktive Galicierin Ana San Martín gibt Christine Daaé, eine junge, in einen von Rubén López gemimten Adeligen verliebte Sopranistin, die lupenrein wie ein Engel singen kann und vom Phantom entführt wird. Es folgen alle möglichen dramatischen Szenen. Die geneigten Zuschauer können sich währenddessen die weltweit bekannten Melodien dieses Erfolgsstücks zu Gemüte führen, darunter die Liebesballade „All I Asked Of You” oder die atmosphärische Nummer „The Music of the Night”.

Weich wie Kaugummi und eingängig wie Olivenöl becircen diese Songs etwa zwei Stunden lang die Seelen der Musicalfans, die sich auch für andere Ergüsse des britischen Edelmanns interessieren dürften, etwa „Evita”, „Sunset Boulevard” oder „Cats”. Die Szenerie ist pompös, Andrew Lloyd Webber liebt bekanntlich das Gigantische.

Und sowas begeistert die Menschen! Seit der 40 Jahre zurückliegenden Uraufführung des „Phantoms der Oper” im West-End-Theater zu London gastierte das Stück in sage und schreibe 195 Städten, und das in nicht weniger als 21 Sprachen. Mehr als 160 Millionen Zuschauer besuchten die Vorstellungen. In Deutschland wurde das Musical am 29. Juni 1990 uraufgeführt, und zwar im eigens dafür errichteten Theater „Neue Flora” in der Freien und Hansestadt Hamburg. Jahrelang lief es dort, Abertausende fanden dorthin. Fast jede Hausfrau kann inzwischen Sequenzen trällern, manch einer oder einem entgleiten angesichts der durchschlagenden Wirkung der romantisch-poppigen Töne vor lauter Rührung die Gesichtszüge.

Der Schöpfer von "Das Phantom der Oper": Andrew Lloyd Webber. Foto: Archiv

Wobei das gefühlige Stück auf einem Roman basiert, der aus einer Feder eines schreiberisch äußerst versierten Mannes stammt: Es war der französische Kriegsreporter und Schriftsteller Gaston Leroux (1868 - 1927), der die Geschichte des Phantoms samt Kollateralereignissen Anfang des 20. Jahrhunderts zu Papier brachte. Und das durchaus mit einem sozialkritischen Impetus, da die in den Mittelpunkt gerückte Hauptperson ein von der herrschenden Bourgeoisie Geächteter, ein Ausgeschlossener ist. Im Jahr 1925 folgte dann ein vom deutschen Produzenten Carl Laemmle ersonnener Hollywoodfilm. Und dann entdeckte Webber in den 1980er-Jahren bekanntlich den Stoff. Und funktionierte diesen in eine Geldmaschine um. Dass ihn dann der Hosenbandorden aufnahm, war also nur eine logische Folge.

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