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Weil das Geld winkt: immer noch viele Schulabbrecher

Viele Kellner haben nie eine berufliche Ausbildung absolviert. Jobs finden sie trotzdem. | P. ROIG

| Balearen |

Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt, aber eine Trendwende ist nicht in Sicht: Ein Viertel der jungen Leute auf den Balearen geht nach dem Ablauf der allgemeinen Schulpflicht von den Instituten ab, ohne irgendeine Ausbildung zu absolvieren. Ein Grund für dieses Phänomen sind die relativ guten Jobmöglichkeiten für ungelernte Kräfte. Und sie können dabei auch noch 26 Prozent mehr verdienen als ihre ungelernten Kollegen im Rest Spaniens.

Die Besonderheiten der dominierenden Tourismuswirtschaft führen zu seltsamen Ergebnissen: Nach Angaben des nationalen Statistik-Instituts liegt das Durchschnittseinkommen in Spanien bei 22.858 Euro brutto (1905 Euro monatlich bei zwölf Gehältern), auf den Balearen jedoch nur bei 21.322 Euro (1777 Euro monatlich). Trotzdem verdienen die ungelernten Kräfte auf den Inseln - siehe oben - deutlich mehr als vergleichbare Mitarbeiter im spanischen Durchschnitt. Bei den Absolventen von Berufsschulen und Universitäten ist es genau umgekehrt: Sie verdienen auf den Balearen bis zu 2,4 Prozent weniger als die Kollegen mit ähnlichen Abschlüssen im Rest Spaniens.

"Auf den Balearen wird Wissen nicht honoriert", weiß der Wirtschaftswissenschaftler Antoni Riera von der Balearen-Universität. Nach seinem Kenntnisstand arbeiten 80 Prozent der wenig ausgebildeten Kräfte in Jobs, die eigentlich über ihrer Qualifikation liegen, während 41 Prozent der gut Ausgebildeten mit Jobs unter ihrem Niveau vorliebnehmen müssten.

Für Riera der Teufelskreis der balearischen Wirtschaft: "Jahr für Jahr kommen schlecht ausgebildete Arbeitskräfte auf den Markt, um mehr zu produzieren, aber nicht um besser zu produzieren."

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