Die balearische Landesregierung plant im kommenden Jahr, die Mittel für den Wohnungsbau deutlich zu erhöhen, um die anhaltende Wohnungsnot auf den Inseln zu bekämpfen. Im Haushaltsplan sind Investitionen vorgesehen, die unter anderem den Bau von 600 neuen Sozialwohnungen sowie Anreize zur Nutzung leerstehender Immobilien umfassen. Der Etat des öffentlichen Wohnungsunternehmens Ibavi wird um 20 Prozent auf 106 Millionen Euro aufgestockt, eine der höchsten Summen der letzten Jahre. Insgesamt sollen rund 187 Millionen Euro für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums zur Verfügung stehen, ein Anstieg von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Anteil an Sozialwohnungen auf den Balearen ist nach aktuellen Daten gering. Von Oktober 2023 bis Oktober 2024 machten Sozialwohnungen nur 0,1 Prozent aller Wohnungsverkäufe auf den Inseln aus. Der Großteil der Käufe entfiel auf gebrauchte Immobilien, was die Herausforderungen auf dem Markt verdeutlicht. Für die Regierung ist dies ein Weckruf, um verstärkt auf den sozialen Wohnungsbau zu setzen und den Zugang zu Wohnraum für die breite Bevölkerung zu erleichtern. Trotz der geplanten Bauprojekte bleibt das Ziel von 3000 Sozialwohnungen eine Herausforderung – eine geringe Zahl angesichts der insgesamt über 652.000 bestehenden Wohnungen auf den Balearen.
Eine zentrale Maßnahmeist das Programm „Lloguer Segur“, das darauf abzielt, leerstehende Wohnungen auf den Mietmarkt zu bringen. Im Rahmen des Programms wird die Regierung leerstehende Wohnungen anmieten und diese zu erschwinglichen Preisen untervermieten. Für dieses Programm sind im kommenden Jahr 14 Millionen Euro vorgesehen. Die Landesregierung erhofft sich, durch „Lloguer Segur“ rund 2000 Wohnungen wieder dem Markt zuzuführen und so die angespannte Lage auf dem Mietmarkt zu entspannen.
Neben dem Wohnungsbau sieht der Haushalt auch Investitionen in den Erwerb von Immobilien durch die Landesregierung vor. So sollen 3,8 Millionen Euro für den Ankauf von Wohnungen von Großgrundbesitzern bereitgestellt werden, die verpflichtet sind, ihre zum Verkauf stehenden Wohnungen zuerst dem Staat anzubieten. Dieses Vorkaufsrecht soll es der Regierung ermöglichen, Sozialwohnungen zu erwerben, bevor sie in den Privatbesitz übergehen.
Ein weiterer Baustein des Programms ist die Unterstützung von jungen Menschen beim Wohnungskauf. Mit einem Hypothekenbürgschaftsprogramm in Höhe von 8,5 Millionen Euro soll der Staat als Bürge auftreten, um die Finanzierungsmöglichkeiten für junge Kaufinteressenten zu erleichtern. Zusätzlich sind Mietzuschüsse vorgesehen: 2,5 Millionen Euro sollen von der Landesregierung direkt ausgezahlt werden, ergänzt durch staatliche Mittel von 9,5 Millionen Euro. Damit wächst dieser Posten um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Debatte um den neuen Haushaltsplan wird im Parlament in den kommenden Wochen fortgesetzt. Ab dann haben die Oppositionsparteien die Möglichkeit, Änderungsanträge zu stellen, bevor im Dezember über den Haushaltsplan abgestimmt wird. Die Landesregierung ist überzeugt, dass die geplanten Maßnahmen einen wichtigen Schritt zur Entlastung des Wohnungsmarkts auf den Balearen darstellen – auch wenn Kritiker die bisher geplante Anzahl an Sozialwohnungen als unzureichend betrachten.