Der Stadtrat von Palma de Mallorca hat überraschend die angekündigte Erhöhung der Tarife für das städtische Fahrradverleihsystem BiciPalma und öffentliche Parkplätze zurückgezogen. Grund dafür sei die fehlende politische Unterstützung im Stadtparlament, schreibt die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora".
Die von der konservativen PP-Partei geplante Preiserhöhung scheiterte, nachdem sowohl die rechtspopulistische Vox-Partei als auch die Sozialdemokraten (PSOE) und die regionalen Linken ihre Ablehnung signalisierten. Vox verwies dabei auf den programmatischen Koalitionspakt, der eigentlich Gebührensenkungen vorsehe.
Der sozialdemokratische Fraktionsvorsitzende Xisco Ducrós kritisierte die geplante Erhöhung als sozial unausgewogen. Zudem würde sie mit dem Ende der Gratisfahrten im öffentlichen Nahverkehr und der Ausweisung von Umweltzonen zusammenfallen, die ab Januar kommenden Jahres in Kraft treten. Nach Lesart seiner Partei würde eine generelle Gebührenerhörung für Parkplätze und Mietfahrräder vornehmlich Besserverdiener begünstigten.
Ursprünglich hatte die Stadtwerke-Gesellschaft SMAP eine Gebührenerhöhung von bis zu 15,3 Prozent für Parkplätze und eine Anpassung der BiciPalma-Tarife vorgesehen. Die Begründung: Die Inflation sei seit 2019 in den Balearen um 18,8 Prozent gestiegen. Aktuell gibt es ein BiciPalma-Jahresabo ab vier Euro monatlich beziehungsweise 24 Euro pro Jahr.
Die linksregionalistische Partei Més kritisierte in diesem Zusammenhang die mangelnden Investitionen in nachhaltige Mobilität für das Haushaltsjahr 2025. „Mit der PP verliert immer die nachhaltige Stadtentwicklung", so Parteisprecher Miquel Àngel Contreras.
Die Entscheidung des Stadtrats spiegelt den geringen Handlungsspielraum der Konservativen (Volkspartei PP) nach dem Zerwürfnis mit der Rechtsaußenpartei Vox wider. Ein ähnliches Kräftemessen begleitet derzeit die Haushaltsdebatte im Landesparlament, wo die PP auf die Stimmen des ursprünglichen Partners ebenfalls nicht mehr zählen kann.