Im anstehenden neuen Jahr will Palmas Bürgermeister Jaime Martínez (konservative PP-Partei) so richtig in die Vollen gehen, um die Stadt hipper, bürgerfreundlicher und nachhaltiger zu machen. Eines der größten Projekte ist die geplante Aufhübschung der zentralen Plaça Major. Das derzeit einförmig-graue und ausnehmend abstoßende Areal mit schmuddeligen Nepp-Restaurants soll in verschiedene Ebenen eingeteilt und somit aufgelockert werden. Teile des unterhalb befindlichen, viele Besucher verstörenden Geistereinkaufszentrums werden den Plänen zufolge in die durchgreifende Neugestaltung einbezogen. Das Ganze soll eine Art elektrisierendes Gesamtkunstwerk werden, was für 21 Millionen Euro, die im kommunalen Haushalt dafür zur Verfügung stehen, auch erwartet werden kann.
In wenigen Minuten Laufweite von der Plaça Major befindet sich ein weiterer zentraler Platz, der runderneuert werden soll, nämlich die Plaça Mercat. Die Arbeiten sollen nach der Hochsaison des kommenden Jahres beginnen und insgesamt 20 Monate dauern. 4,4 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Der allseits bekannte Kultkiosk Alaska soll erhalten bleiben, eine neue Pflasterung soll den Platz in eine Art Wohnzimmer für die Bürger verwandeln.
Ein weiteres Großprojekt, wiewohl jedoch etwas außerhalb der Altstadt, ist der Umbau des von der Stadtverwaltung jüngst aufgekauften, geschlagene 15 Jahre leerstehenden Gesa-Hochhauses am Uferboulevard Paseo Marítimo. In dem derzeit noch verlassenen, von Unmengen von Staub geschwängerten Komplex mit Meer- und Kathedralenblick sollen unter anderem ein städtisches Kunstinstitut, eine Bibliothek, eine Mediathek und ein großes Auditorium mit vielen Sitzen entstehen. Im Kunstbereich will man eine Zusammenarbeit mit dem berühmten Thyssen-Museum in Madrid starten. Hinzu kommt ein städtisches Informationsbüro. Die Rasenflächen neben dem archtektonisch bedeutsamen, weil im rationalistischen Stil gehaltenen Komplex, werden den Plänen zufolge erhalten, um der Natur einen gewissen Raum zu gewähren.
Großer Stadtwald in der Mache
Das gilt selbstredend auch für einen neuen Stadtwald, der in etwa vier Millionen Quadratmeter umfassen und rund um Palma entstehen soll. Fixpunkt des Ganzen wird die Finca Son Quint am Rande der Serra de Tramuntana, in deren Umgebung es einen spektakulären, von deutschen Wellness-Touristen gern aufgesuchten Golfplatz gibt. Die Stadtverwaltung schreibt sich auf die Fahnen, mit dem „Bosque Metropolitano” den CO2-Ausstoß begrenzen zu wollen. Auch andere Wälder sollen zur Förderung der Nachhaltigkeit auf Vordermann gebracht werden, darunter der faszinierende Baumbestand unterhalb der Bellver-Burg.
Zurück in der dicht bebauten Stadt, dürfte ein anderes Projekt manch einen mit den Ohren schlackern lassen: das jahrelang leerstehende Metropolitan-Kino im immer mehr der Gentrifizierung anheimfallenden, durch und durch bei Digital-Nomaden und anderen schicken Besuchern angesagten Multikulti-Viertel Pere Garau. Dort will man auf 7000 Quadratmetern allerhand unterbringen, darunter eine Kinderbetreuungsstätte, einen Aufenthaltsort für agile Senioren, ein Bürgerbetreuungsbüro, ein Revier der Lokalpolizei, eine Bibliothek, ein Gesundheitszentrum und – gut für Urlauber – ein Parkhaus.
Zu guter Letzt soll im neuen Jahr auch ein jahrzehntelang eher vernachlässigter Vorort zu Ehren kommen: Im gutbürgerlichen, etwa außerhalb im Osten der Stadt gelegenen „Barrio” Son Ferriol will Bürgermeiser Martínez nichts weniger als ein Messezentrum errichten lassen. Wie im Gesa-Gebäude soll auch hier ein Veranstaltungssaal mit etlichen Sitzen entstehen, 220 Besucher finden dort Platz. Insgesamt können 8000 Menschen aufgenommen werden, man will sich dort mit dem schon etablierten Kongresspalast messen, wo Veranstaltungen fast im Wochentakt stattfinden. Immerhin 46 Millionen Euro will die Stadt in das Projekt stecken.