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Sant Sebastià legt Palma lahm: Straßensperrungen, Umleitungen und Busplanänderungen – was man wissen muss, um in die Hauptstadt zu kommen

Konzerte, Straßenfeste, Sportevents: Palmas größtes Stadtfest bringt Stimmung in die City – aber auch massive Verkehrseinschränkungen. Wegen Personalmangels bei der Lokalpolizei drohen zusätzliche Probleme.

Konzerte, Straßenfeste, Sportevents: Palmas größtes Stadtfest bringt Stimmung in die City – aber auch massive Verkehrseinschränkungen | Foto: Jaume Morey

| | Palma de Mallorca |

Wer an diesem Wochenende in Palma de Mallorca unterwegs ist, sollte starke Nerven – oder besser einen guten Plan – mitbringen. Rund um die Feiern zu Ehren des Stadtpatrons Sant Sebastià kommt es von Freitag bis Sonntag zu umfangreichen Straßensperrungen, Umleitungen und Änderungen im öffentlichen Nahverkehr. Die Lokalpolizei spricht von einer angespannten Lage, Gewerkschaften warnen sogar vor möglichem Chaos.

Betroffen ist nicht nur das historische Zentrum. Auch wichtige Ein- und Ausfallstraßen sowie der Busverkehr der EMT Palma werden zeitweise eingeschränkt. Besonders für Urlauber und Residenten ohne Ortskenntnis kann das schnell unübersichtlich werden.

Freitagabend: Sperren rund um die Plaza de España

Los geht es am Freitag, 17. Januar. Wegen eines großen Konzerts wird der Bereich um die Plaza de España ab 20 Uhr bis in die frühen Morgenstunden (voraussichtlich bis 2.00 Uhr) vollständig für den Autoverkehr gesperrt. Mehrere zentrale Bushaltestellen entfallen in dieser Zeit oder werden verlegt. Wer am Freitagabend mit dem Mietwagen in die Innenstadt möchte, sollte das nach Möglichkeit vermeiden. Die Polizei empfiehlt, auf Park-and-Ride-Angebote oder Fahrten mit dem Taxi auszuweichen. Auch Fußwege können durch Absperrungen länger ausfallen als gewohnt.

Samstag: Innenstadt dicht wegen „Tardeos“

Am Samstag, 18. Januar, wird es besonders kompliziert. Ab 18 Uhr stehen die beliebten „Tardeos“, also Nachmittags- und Abendfeste, im Zentrum auf dem Programm. Bis Mitternacht sind große Teile der Innenstadt für Fahrzeuge gesperrt oder nur eingeschränkt passierbar. Betroffen sind unter anderem der Passeig del Born (ab Plaza de la Reina), die Avenida Jaime III (Umleitung ab Passeig Mallorca) sowie die Ramblas auf Höhe der Calle de la Riera. Die sonst üblichen Zufahrtskontrollen für Anwohner (Acire) werden teilweise aufgehoben, um größere Sicherheitszonen einzurichten – was die Verkehrsführung zusätzlich unübersichtlich macht.

Sonntag: Sportevent blockiert Küstenstraße

Auch am Sonntag, 19. Januar, bleibt die Lage angespannt. Zwischen 10 und 13.30 Uhr findet im Bereich Portixol der Volkslauf „VI SNIP Marina Portixol“ statt. Die Calle Joan Maragall wird teilweise gesperrt. Stadtauswärts in Richtung Llucmajor ist der Abschnitt zwischen dem Kreisel Felicià Fuster und der Kreuzung Calle Llucmajor nicht befahrbar. Wer einen Ausflug Richtung Flughafen oder in den Osten der Insel plant, sollte deutlich mehr Zeit einrechnen oder alternative Routen prüfen.

Busverkehr: Viele Linien geändert oder umgeleitet

Besonders wichtig für Urlauber ohne Auto: Der städtische Busverkehr ist das gesamte Wochenende über von zahlreichen Änderungen betroffen. Linien werden umgeleitet, Haltestellen entfallen oder werden kurzfristig verlegt. Die Verkehrsbetriebe EMT Palma empfehlen dringend, sich vor Fahrtantritt online zu informieren. Eine aktuelle Übersicht gibt es unter www.emtpalma.cat. Spontane Fahrten „nach Gefühl“ könnten an diesem Wochenende schnell schiefgehen – vor allem abends.

Polizei schlägt Alarm: Zu wenig Personal für Großevents

Zusätzlich zu den Straßensperren sorgt eine Warnung der Polizeigewerkschaften für Unruhe. Die Gewerkschaften CCOO, CSIF, UGT und SPPME weisen auf einen akuten Personalmangel bei der Lokalpolizei hin. Bereits beim Dreikönigsumzug habe man zahlreiche Notrufe nicht bedienen können. Teilweise sei es nicht möglich gewesen, Beamte zu Unfällen zu schicken. „Wir konnten die Anrufer nur bitten, einen Unfallbericht auszufüllen“, zitieren Gewerkschaftsquellen die damalige Situation. Ähnliche Probleme könnten sich nun bei den Sant-Sebastià-Feiern wiederholen.

Was das konkret bedeutet – und worauf sich Besucher einstellen sollten

Hintergrund ist ein seit Jahren unveränderter Organisationsplan der Lokalpolizei, der laut Gewerkschaften nicht mehr zur heutigen Realität Palmas passt. Weniger Personal muss immer mehr Wochenend-, Nacht- und Feiertagsdienste abdecken. Die Folge: längere Wartezeiten, weniger Präsenz auf den Straßen, eingeschränkte Hilfe bei kleineren Vorfällen.

Für Besucher heißt das: Geduld mitbringen, defensive Fahrweise, Fahrzeuge möglichst nicht im Zentrum bewegen und im Zweifel frühzeitig umplanen. Wer feiern will, sollte möglichst zu Fuß unterwegs sein – und sich auf ein Palma einstellen, das an diesem Wochenende vor allem eines ist: voll, laut und verkehrstechnisch angespannt.

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