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Pendeln ohne Parkplatzsorgen: Marratxí rückt näher an Palma

Neues Projekt verbindet Wohnen und Arbeiten: Ein „grüner Weg“ und 144 neue Stellplätze steigern die Attraktivität der Gemeinde für Berufspendler

Hier soll der geplante Fahrrad- und Fußgängerweg entstehen, der den Vorort von Marratxí besser an Palma anbindet | Foto: Aina Borràs

| Palma de Mallorca |

Wer von den Vororten in Richtung Palma de Mallorca pendelt, kennt das Problem: Die Straßen sind voll, und die Parkplätze an den strategisch wichtigen Haltepunkten sind Mangelware. Die Gemeinde Marratxí, die direkt an die Hauptstadt Palma grenzt, hat nun ein Projekt gestartet, das genau hier ansetzt. Mit dem Bau einer „Vía Verde“, eines grünen Korridors, wird eine wichtige Lücke im Nahverkehrsnetz geschlossen – ein Schritt, der Marratxí als Wohnort für Pendler noch attraktiver macht.

In dieser Woche haben die Bauarbeiten für einen kombinierten Rad- und Fußweg begonnen. Dieser soll den ruhigen Wohnort Es Figueral direkt mit dem geschäftigen Gewerbegebiet des Ortes verbinden. Für die Bewohner bedeutet das einen massiven Gewinn an Lebensqualität: Der Weg zur Arbeit oder zur Bahn kann künftig sicher ohne Auto zurückgelegt werden, was die Gemeinde besonders für junge Familien und Berufstätige mit Arbeitsplatz in Palma aufwertet.

Strategischer Lückenschluss für Pendler

Das Projekt ist weit mehr als eine einfache Verschönerungsmaßnahme. Das Rathaus von Marratxí bezeichnet die Arbeiten als „strategische Intervention“. Ziel ist es, die Mobilität und Sicherheit in einem der wichtigsten Wirtschaftsstandorte der Gemeinde zu erhöhen. Bisher war die Verbindung zwischen dem Wohnviertel und den Industriehallen für Fußgänger oft unwegsam und unattraktiv.

Besonders für Pendler, die die Zugverbindung nach Palma nutzen, gibt es eine gute Nachricht: Der neue Weg führt direkt zur Zughaltestelle „Marratxí–Es Figueral“. Damit wird die sogenannte „letzte Meile“ zwischen Haustür, Arbeitsplatz und den Gleisen der Linie Palma–Inca überbrückt. Wer in der Hauptstadt arbeitet, kann künftig bequem mit dem Rad zur Haltestelle fahren und den Stau auf der Autobahn Ma-13 hinter sich lassen.

Entlastung für das Park-Chaos

Ein zentraler Bestandteil der Bauarbeiten ist die Entspannung der Parkplatzsituation. In der Calle des Siurells, mitten im Industriegebiet Can Rubiol, entsteht ein neuer öffentlicher Parkplatz. Mit 144 Stellplätzen soll er den chronischen Parkplatzmangel beheben, unter dem Angestellte und Anwohner gleichermaßen leiden.

Oft nutzen Pendler die Wohngebiete als inoffizielle „Park & Ride“-Zonen, was in den engen Gassen von Es Figueral regelmäßig zu Frust unter den Anwohnern führt. Die neuen Kapazitäten im Gewerbegebiet sollen diesen Druck abmildern und den Verkehr geordneter fließen lassen. Die Lage des Parkplatzes ist so gewählt, dass auch die Zughaltestelle in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar bleibt.

Grünzone statt Industrie-Tristesse

Neben dem funktionalen Aspekt setzt die Gemeinde auf Ästhetik. Die „Vía Verde“ wird ihrem Namen gerecht: Entlang der Strecke sind umfangreiche Pflanzungen von Bäumen und Sträuchern geplant. Diese sollen nicht nur Schatten spenden, sondern auch als optischer Puffer dienen, um das oft karge Erscheinungsbild des Gewerbegebiets abzumildern.

Damit das neue Grün im trockenen mallorquinischen Sommer nicht verdörrt, wird eine automatisierte Bewässerungsanlage installiert. Zudem wird die gesamte Strecke modern beleuchtet, was besonders für Sicherheit in den Abendstunden sorgt. Rund 550.000 Euro lässt sich die Gemeinde diese Aufwertung kosten. In etwa elf Wochen sollen die Arbeiten abgeschlossen sein

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