Die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca hat alle offiziellen Veranstaltungen anlässlich der Feierlichkeiten zu Sant Sebastià abgesagt. Grund ist das schwere Zugunglück am Sonntag in Adamuz in der Provinz Córdoba, bei dem mindestens 39 Menschen starben und weitere 15 schwer verletzt wurden. Damit wolle die Stadt Trauer, Gedenken und Solidarität mit den Opfern ausdrücken, teilte die Verwaltung in einer Pressemitteilung mit.
Palma trägt Trauer
Betroffen von der Absage sind unter anderem die abendlichen Feierlichkeiten auf der Plaza Major, die traditionellen Konzerte auf der Plaza de Espanya, der Plaza de Cort, der Plaza de Joan Carles I und der Plaza Major sowie der morgige (20.1.) "Fahrrad-Tag" und die Verleihung der Premis Ciutat de Palma ebenfalls am Dienstag. Die Stadt plant für die Preisverleihung stattdessen eine institutionelle Veranstaltung im Plenarsaal, um den Preisträgern ihre Auszeichnungen zu überreichen.
„Wir bedauern den schweren Unfall zutiefst und sprechen den Familien und Angehörigen der Opfer sowie den Verletzten unser tiefstes Beileid aus“, erklärte die Stadtverwaltung. Die Flaggen an den öffentlichen Gebäuden Palmas wehen bis zum 23. Januar auf Halbmast. Bürgermeister Jaime Martínez Llabrés und die Stadträte werden an den geplanten religiösen Feierlichkeiten in der Seu und der Kirche Sant Sebastià nicht teilnehmen.
Schreckliches Zugunglück in Córdoba
Hintergrund des Unglücks: Am Sonntagabend war ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug mit mehr als 300 Passagieren auf der Strecke von Málaga nach Madrid in Adamuz entgleist. Ein entgegenkommender Renfe-Zug nach Huelva wurde ebenfalls von den Gleisen geschleudert. Verkehrsminister Óscar Puente berichtete von zerstörten Waggons, Verletzten und chaotischen Rettungsbedingungen. Rettungskräfte setzten ihre Arbeiten die ganze Nacht fort.
Regionalpräsident Juanma Moreno schloss nicht aus, dass in den Trümmern weitere Opfer liegen könnten. Das Königshaus in Madrid, Ministerpräsident Pedro Sánchez sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprachen den Betroffenen und Familien ihr Beileid aus. Psychologische Betreuung für Passagiere, Angehörige und Helfer wird durch das Rote Kreuz angeboten.
Ursachen noch unklar – Solidarität in Adamuz
Die Ursache des Unglücks ist bislang unklar. Experten betonten, dass das Sicherheitssystem auf der modernisierten Strecke den Unfall hätte verhindern sollen. Der Vorfall erinnert an die Zugentgleisung in Santiago de Compostela 2013, bei der 80 Menschen starben. Trotz der Tragödie zeigen sich Bewohner von Adamuz solidarisch: Freiwillige versorgten Opfer und Helfer mit Decken, Lebensmitteln und medizinischer Unterstützung.