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TOURISTIKMESSE IN MADRID

Fitur mit Trauerflor: Zugunglück zwingt Politik und Branche zur Zurückhaltung

Zahlreiche Institutionen und Unternehmen haben Programmpunkte mit festlichem Charakter ersatzlos gestrichen. Auch die Balearen haben ihre Präsenz kurzfristig angepasst.

Der Messestand der Balearen auf der Touristikmesse Fitur in Madrid | Foto: CAIB

| Palma, Mallorca |

Der Auftakt zur internationalen Touristikmesse Fitur in Madrid am Mittwoch steht unter dem Eindruck des folgenschweren Zugunglücks in Südspanien. Nach der Tragödie von Adamuz (Provinz Córdoba) haben zahlreiche öffentliche Institutionen ihre Auftritte und Begleitveranstaltungen rund um die wichtigste Tourismusmesse Spaniens deutlich eingeschränkt oder ganz abgesagt. Auch der Messeauftritt Mallorcas und der Nachbarinseln wurde kurzfristig angepasst und in weiten Teilen reduziert.

Wie aus Regierungskreisen in Palma mitgeteilt wurde, halten die Balearen zwar an ihrer Teilnahme an der vom 21. bis 25. Januar stattfindenden Fitur fest, verzichten jedoch auf nahezu alle Veranstaltungen mit repräsentativem oder festlichem Charakter. Insgesamt wird mit einer geringeren institutionellen Präsenz auf der Messe gerechnet, insbesondere aus Andalusien, das vom Unglück unmittelbar betroffen ist.

Bereits im Vorfeld der Messe sagte Ministerpräsidentin Marga Prohens ihre Teilnahme am Hotusa-Forum für touristische Innovation in Madrid ab. Auch das für Dienstag geplante Exceltur-Forum wurde vollständig gestrichen. Parallel dazu kündigte das Rathaus von Palma an, sämtliche offiziellen Veranstaltungen zu den Sant-Sebastià-Feierlichkeiten abzusagen.

Nach Angaben der balearischen Landesregierung und des Inselrats von Mallorca bleiben die im offiziellen Messeprogramm vorgesehenen Fachpräsentationen zwar bestehen, sämtliche Begleitveranstaltungen "mit eher geselligem Charakter" seien jedoch abgesagt worden. Betroffen sind sowohl Termine auf dem Messegelände der Ifema als auch externe Veranstaltungen in Madrid, darunter gastronomische Präsentationen und kulturelle Abendveranstaltungen. Auch private Unternehmen wie mehrere Reedereien verzichteten auf ihre geplanten Messeauftritte.

Die Präsenz der politischen Spitzenvertreter der Balearen gilt hingegen weiterhin als gesichert. Neben Prohens sollen unter anderem der stellvertretende Ministerpräsident Antoni Costa sowie Tourismusminister Jaume Bauzà an der Messe teilnehmen.

Inhaltlich bleibt der Fokus des balearischen Auftritts unverändert. Die Landesregierung will die Inseln als ganzjähriges Reiseziel positionieren und setzt dabei auf kulturelle Angebote und eine stärkere Betonung von Nachhaltigkeit im Tourismus. Vorgesehen ist unter anderem eine Diskussionsrunde mit Vertretern der Plattform Airbnb. Auf dem Gemeinschaftsstand der Balearen präsentieren sich zudem private Unternehmen aus Hotellerie, Mobilität und touristischen Dienstleistungen.

Der Inselrat von Mallorca hat sein Programm ebenfalls gekürzt. Am Dienstag sagte die Inselregierung die Präsentation der neuen Marke Moda Artesana de Mallorca ab, die am Donnerstag in Madrid stattfinden sollte. Der Inselrat begründete diesen Schritt mit dem offiziellen Trauerstatus und erklärte, man wolle "aus Respekt und Solidarität" gegenüber den Opfern des Zugunglücks auf öffentliche Feierlichkeiten verzichten. Ein Ersatztermin soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.

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