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MANACOR

Haus eingestürzt, Sohn tot – Bürgermeister sucht Hilfe für obdachlose Familie

Bei einem Gebäudeeinsturz verlor eine Familie vergangene Woche den 18-jährigen Miguel Ángel – und ihr Zuhause. Nun trat das Stadtoberhaupt mit einem emotionalen Appell an die Öffentlichkeit.

Manacors Bürgermeister Miquel Oliver | Foto: Sergi Bisquerra

| Manacor, Mallorca |

Sie verlor durch den Hauseinsturz nicht nur ein Familienmitglied, sondern auch das Dach über dem Kopf: Die Rede ist von der Familie aus Manacor, deren Leben vor einer Woche eine tragische Wende nahm. Nach dem tödlichen Unglück hat Bürgermeister Miquel Oliver eindringlich dazu aufgerufen, für die Betroffenen rasch eine neue, dauerhafte Unterkunft zu finden. Zwar habe die Stadtverwaltung der Familie bereits vorübergehend eine Wohnung zur Verfügung gestellt, doch könne dies "ist nur eine Übergangslösung", sagte Oliver am Dienstag der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora".

"Wir brauchen jetzt Solidarität, damit diese Familie wieder ein Zuhause findet", sagte der Bürgermeister bei eigens für die Zweck einberufenen Pressekonferenz. Der Einsturz habe nicht nur ein Menschenleben gefordert, sondern die Angehörigen auch ihrer Wohnung beraubt. Die Stadt unterstütze die Familie "nach Kräften", sei jedoch auf zusätzliche Hilfe angewiesen.

Zur Erinnerung: Der Einsturz ereignete sich am 15. Januar in einem mehr als hundert Jahre alten Gebäude in der Carrer de Sant Francesc. In den frühen Morgenstunden stürzte das Dach des Schlafzimmers ein, während zwei Brüder darin schliefen. Der 18-jährige Miguel Ángel F. kam dabei ums Leben, sein zwölfjähriger Bruder Cristian Andrés wurde von der Feuerwehr lebend aus den Trümmern gerettet.

Parallel zu den sozialen Hilfsmaßnahmen laufen die bautechnischen und juristischen Untersuchungen. In den kommenden Tagen soll das betroffene Haus vollständig abgerissen werden. Erst danach könnten die städtischen Bautechniker das Gebäude betreten und eine Inspektion durchführen, teilte die Stadtverwaltung mit. Ziel sei es, die Ursache des Unglücks zu klären und der Familie zumindest einen Teil ihrer persönlichen Gegenstände zu sichern. "Zuerst müssen wir wissen, was passiert ist, um sicher arbeiten können“, sagte Oliver.

Das im Jahr 1900 errichtete Haus hat nach Angaben der Stadt nie den vorgeschriebenen Gebäude-TÜV für ältere Immobilien durchlaufen. Eine gerichtliche Untersuchung sei eingeleitet worden; die Ergebnisse der technischen Prüfung würden anschließend an die zuständige Richterin weitergeleitet. Ob das Gebäude versichert gewesen sei, sei bislang unklar. Ein weiterer Bewohner habe das Haus nach dem Unglück vorsorglich verlassen.

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