Der Fall des seit Wochen „vermissten“ Rentners José María R.B. ist gelöst – wenn auch anders, als es sich Familienangehörige und Freunde des 81-Jährigen vorgestellt hatten. Der Mann, der seit Anfang Januar auf Mallorca als verschwunden galt und nach dem zuletzt sogar öffentlich gefahndet worden war, befindet sich nach Informationen der MM-Schwesterzeitung "Última Hora" seit dem 10. Januar in der Justizvollzugsanstalt Palma.
Zuletzt war der Senior am 9. Januar in Porto Cristo gesehen worden. Nachdem Angehörige mehrere Tage nichts mehr von ihm gehört hatten, schlugen sie Alarm. Daraufhin schaltete die Organisation SOS Desaparecidos eine Vermisstenmeldung und veröffentlichte eine Personenbeschreibung sowie eine Kontakttelefonnummer.
Wie sich nun herausgestellt hat, war das plötzliche Verschwinden kein ungeklärter Kriminalfall, sondern die Folge eines Haftantritts. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen sei der Mann inhaftiert worden, weil er eine Geldstrafe nicht beglichen habe. Dabei habe es sich um eine Sanktion wegen Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis gehandelt. Da die Strafe nicht bezahlt worden sei, sei sie in eine Freiheitsstrafe umgewandelt worden.
Der 81-Jährige müsse nun für rund 50 Tage im Gefängnis bleiben. Insgesamt sei er zu zwei Monaten Haft verurteilt worden. Zwar habe es in der Vergangenheit bereits mehrere Verfahren gegen ihn gegeben, doch handele es sich nach Angaben aus dem Umfeld der Ermittlungen um seine erste Inhaftierung.