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Schiffsunfälle

Nach Strandung auf Mallorca: Drama um deutsche Luxusyacht dauert an

Der 28-Meter-Segler „Acoa“ liegt weiter in der Brandung, ein erster Bergungsversuch scheiterte

Die Yacht liegt unter Anker mitten in der Brandung, nur wenige Meter von einer ins Meer ragenden Felsenreihe | Foto: Angie Britta Kirchhofer

| Mallorca |

Das Drama um die vor der Nordostküste Mallorcas gestrandete Superyacht „Acoa“ dauert an. Das rund 28 Meter lange Segelschiff liegt weiterhin in der Brandung nahe der Playa de Marica. Ein erster Versuch, die über eine Million Euro teure Yacht am Donnerstag wieder freizuschleppen, scheiterte. Seitdem ist das Schiff den Wellen und dem starken Wind schutzlos ausgeliefert.

Sturmtief „Harry“ setzt Yacht fest

Auslöser der Strandung war das Sturmtief „Harry“, das am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde über die Insel zog. Die aufgepeitschte See drückte die schwere Yacht unter deutscher Flagge bis an den Strand. Warum sich die Charteryacht bei diesen Wetterbedingungen überhaupt so nah an der Küste befand, ist weiterhin unklar. Experten warnen, dass mit jeder Stunde in der Brandung die Gefahr wächst, dass der Rumpf beschädigt wird oder das Schiff auseinanderbricht.

Foto: Angie Britta Kirchhofer

Die Bergung gestaltet sich schwierig: Die „Acoa“ wiegt rund 90 Tonnen, ihr Tiefgang beträgt mehr als drei Meter. Solche Dimensionen erschweren Manöver in flachem Wasser erheblich. Zudem verhindern hohe Wellen und starker Wellenschlag derzeit einen erneuten Einsatz von Schleppern. Behörden und Bergungsspezialisten beobachten die Lage fortlaufend.

Eine erfahrene Yacht mit bewegter Geschichte

Bei der gestrandeten Yacht handelt es sich um eine sogenannte Aluminium-Ketsch, also mit zwei Masten, wobei der hintere kleiner ist als der vordere Hauptmast, entworfen vom renommierten britischen Yachtkonstrukteur Ed Dubois und gebaut in Deutschland. Die „Acoa“ wurde für lange Reisen konzipiert, hat bereits eine Weltumsegelung hinter sich und war sogar in der Antarktis unterwegs. In den vergangenen Jahren wurde sie mehrfach modernisiert, unter anderem technisch aufgerüstet und neu lackiert.

Zur Ausstattung gehören mehrere Sicherheitsmerkmale wie wasserdichte Schotten, die ein schnelles Volllaufen des Schiffes verhindern sollen. Ob diese Konstruktion ausreicht, um die Belastung durch die Brandung unbeschadet zu überstehen, ist offen. Die Yacht, die zuletzt im Mittelmeer unterwegs war und ihren Liegeplatz in Korsika hatte, wird normalerweise von einer professionellen Crew betrieben.

Wann ein neuer Bergungsversuch unternommen werden kann, hängt maßgeblich von der Wetterentwicklung ab. Bis dahin bleibt die „Acoa“ ein eindrucksvolles, aber auch bedrückendes Bild: eine Hochsee-Yacht, gebaut für die großen Ozeane – festgesetzt wenige Meter vor Mallorcas Küste.

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