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Ausnahmezustand nach schweren Unwettern im Osten Mallorcas: Deutsche Luxus-Yacht angespült, zahlreiche Straßen überflutet

Rund um die beliebten Urlaubsorte Son Servera und Cala Rajada tobte das Sturmtief "Harry" so sehr, dass die Aufräumarbeiten noch in vollem Gange sind

Bei Son Servera im Osten Mallorcas ist diese Millionen-Yacht nach den schweren Unwettern angespült worden | Foto: Angie Britta Kirchhofer/www.fotohotshot.com

| | Son Servera, Mallorca | |

Eine mehr als 25 Meter lange Luxus-Segelyacht ist nach einem schweren Unwetter an den Strand im Nordosten Mallorcas gespült worden. Der Zweimaster unter deutscher Flagge lag am Mittwochmorgen mitten an der Playa de Sa Marjal in der Gemeinde Son Servera und sorgte bei Spaziergängern für Aufsehen. Eine Schweizer Residentin und MM-Leserin konnte die angespülte Yacht am frühen Morgen fotografieren. Nach Angaben der örtlichen Polizei war die mehrere Millionen Euro teure Yacht bereits am Vortag bei teils orkanartigen Windböen an Land getrieben worden.

Das Sturmtief "Harry" habe an diesem Küstenabschnitt des Inselostens besonders heftig gewütet, erklärte die Lokalpolizei von Son Servera auf MM-Anfrage. Das Meer sei über die Ufer getreten, zahlreiche Straßen seien stellenweise überflutet worden. Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Zivilschutzes sind seit Dienstag mit Sicherungs- und Aufräumarbeiten beschäftigt. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Die Gemeindeverwaltung teilte die eindrucksvollen Aufnahmen nach dem Sturm bei Instagram:

Der Besitzer der Luxusyacht – wahrscheinlich ein Deutscher – wurde informiert und wird im Laufe des Nachmittags an der Unglücksstelle erwartet. Gemeinsam mit den Behörden soll dann entschieden werden, wie das Schiff geborgen werden kann. Noch ist unklar, ob die Yacht freigeschleppt werden kann oder ob ein Kran zum Einsatz kommen muss.

Auch in anderen Teilen der Insel wütete das Sturmtief "Harry" am Dienstag, unter anderem in Cala Rajada, Porto Cristo und Alcúdia. Zahlreiche Fotos und Videos dokumentieren, wie meterhohe Wellen an Hafenpromenaden und Buchten peitschen. Auf den Balearen mussten die Rettungsdienste am Dienstag zu insgesamt 81 Einsätzen ausrücken. Indes gilt auch am Mittwoch die Sturmwarnung der Stufe Gelb des staatlichen Wetterdienstes Aemet für fast alle Küsten Mallorcas mit Ausnahme des Südwestens. Ebenfalls auf Donnerstag und Freitag ist die Sturmwarnung jetzt noch einmal ausgeweitet worden:

Todessturm in Son Servera

Die Gemeinde Son Servera war bereits im November 2001 von einem schweren Unwetter betroffen. Damals wurden Dutzende Boote und Yachten an die Küsten gespült, tausende Bäume knickten um, darunter rund die Hälfte des Kiefern­bestandes des Golfplatzes Son Servera. Das später als "Todessturm" bezeichnete Unwetter auf Mallorca forderte damals vier Menschenleben.

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