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Anwohner besorgt: Stadtbekannter Messie in Palma plötzlich spurlos verschwunden

Zunächst hatten die Nachbarn befüchten, in seiner Wohnung die Leiche von Sebastià zu finden. Doch Lokalpolizisten suchten vergeblich. Und jetzt?

Blick auf den Eingang zur Wohnung des Messies | Foto: Ultima Hora

| Palma, Mallorca |

Seit mehr als zwei Wochen hat niemand etwas von Sebastià gehört. Es handelt sich um einen etwa 70-jähriger Anwohner aus Palma de Mallorca, der unter dem sogenannten Diogenes-Syndrom leidet und sich in einer schweren Situation sozialer Ausgrenzung befindet. Im Eingangsbereich seiner Wohnung im siebten Stock eines Wohnhauses in der Calle Arxiduc Lluís Salvador stapelten sich die Verpackungen von Fertiggerichten, die er als Hilfe erhalten hatte. Keiner seiner Nachbarn hatte den ganzen Monat über mit ihm gesprochen, obwohl viele behaupten, dass dies sein normales Verhalten sei und der Mann sein Haus nicht oft verlasse: „Das kommt in Schüben. Es gibt Zeiten, in denen er besser gelaunt ist, und andere, in denen er seine Wohnung nie verlässt”, versichert eine Nachbarin.

Am vergangenen Mittwoch, dem 21. Januar, nachdem die Nachbarschaft gemeldet hatte, dass niemand Sebastiàs Essen abgeholt hatte, unterbrachen zwei Motorradpolizisten der Lokalpolizei von Palma und ein Feuerwehrwagen mit Sirenen die übliche Ruhe im Carrer Arxiduc Lluís Salvador. Die Anwohner hatten vor der Möglichkeit gewarnt, seine Leiche im Inneren des Hauses zu finden. Deshalb brachen die Beamten die Tür auf und drangen in die Wohnung ein. Die Überraschung war aus mehreren Gründen groß.

Brille da, Messie weg

Vor den Beamten lag eine schwarze Schmutzspur, die sich durch den Flur und die Zimmer zog. Die Menge des angesammelten Mülls war beeindruckend, eine Folge des Diogenes- oder Messie-Syndroms, unter dem der bislang verschwundene Mann litt. Mit Mühe durchsuchten die Beamten den Ort nach der Leiche des Messies, aber sie fanden sie nicht. Stattdessen fand die Polizei seine persönlichen Unterlagen und seine Brille. „Es war, als wäre er kurz weggegangen und nicht zurückgekommen”, erklären Quellen, die der Untersuchung nahestehen.

„Wir dachten, sie würden die Leiche im Haus finden”, sagten die Nachbarn verzweifelt, „er ging fast nie aus dem Haus, nur zur Bar an der Ecke und dann wieder zurück. Er war immer sehr schlecht gekleidet und wenig gepflegt”, fügt eine andere Zeugin hinzu. Die Polizei leitete eine Reihe von Maßnahmen ein und konsultierte das Bestattungsinstitut sowie verschiedene Krankenhäuser, jedoch ohne Ergebnis.

Das Problem ist, dass es sehr schwierig ist, herauszufinden, was mit Sebastià passiert sein könnte, es sei denn, er kehrte aus eigener Kraft nach Hause zurück. Wenn er auf der Straße einen Unfall hatte oder sogar einen tödlichen Unfall erlitten hat, könnte er nicht identifiziert werden, da er keine Ausweispapiere bei sich hatte. Zu allem Überfluss hat er keine nahen Verwandten. „Ich glaube, er hat Neffen in einem Dorf auf der Insel, aber sie haben keinerlei Kontakt zueinander”, erzählt ein anderer Nachbar.

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