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MIETEN

Kommt die langersehnte Trendwende auf dem Wohnungsmarkt? Experten machen erste Anzeichen aus

Nach Angaben der staatlichen Beobachtungsstelle für den Mietmarkt zogen in stark angespannten Märkten, wozu auch die Balearen zählen, die Preise in der zweiten Jahreshälfte 2025 deutlich weniger stark an als 2024.

Der Blick ins einschlägige Schaufenster verheißt auf Mallorca meist nichts Gutes | Foto: J. Bagur

| Palma, Mallorca |

Auf Mallorca und den Nachbarinseln mehren sich die Anzeichen für eine Trendwende auf dem Mietmarkt. Nach Jahren rasanter Preissteigerungen haben sich die Mieten in den vergangenen Monaten nach Einschätzung von Experten "spürbar stabilisiert". Der Grund dafür sei jedoch kein größeres Angebot an Wohnraum oder anderweitige von der Politik ergriffene Maßnahmen. Vielmehr seien Mieter schlichtweg an die Schmerzgrenze ihrer Zahlungsfähig gelangt.

Zu diesem Ergebnis kommt das Mietbarometer 2025 der Beobachtungsstelle für den Mietmarkt (Observatorio del Alquiler). Demnach haben sich die Preissteigerungen in der zweiten Jahreshälfte 2025 deutlich verlangsamt, insbesondere in stark angespannten Märkten, zu denen auch Mallorca und Co. zählen. Der Markt habe "einen Wendepunkt" erreicht, heißt es in dem Bericht: Die Mieten stiegen nicht mehr im Tempo der Vorjahre, "allerdings nicht wegen einer größeren Angebotsmenge, sondern deshalb, weil Mieter nicht in der Lage sind, höhere Mieten zu zahlen".

Die Beobachtungsstelle untermauert ihre Analyse mit konkreten Zahlen. Während die Mieten in Spanien 2024 im Schnitt noch um 11,3 Prozent zulegten, lag der Anstieg im vergangenen Jahr bei 5,9 Prozent. In besonders angespannten Regionen wie den Balearen geben Mieter inzwischen nahezu die Hälfte ihres Einkommens für Wohnkosten aus. Hauptursache bleibt der "strukturelle Mangel an Mietwohnungen" bei gleichzeitig hoher Nachfrage.

Trotz der aktuellen Stabilisierung bleibe die Lage angespannt. Das Observatorio warnt ausdrücklich davor, diese Entwicklung "als Entlastung misszuverstehen". Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum sei weiterhin das zentrale Problem, verstärkt durch Faktoren wie den erschwerten Zugang zum Wohnungskauf, die Zunahme von Einpersonenhaushalten und den hohen touristischen Druck.

Mit einer durchschnittlichen Monatsmiete von 1.643 Euro gehören Mallorca und die Nachbarinseln weiterhin zu den teuersten Mietregionen Spaniens. Zugleich ist der Konkurrenzdruck enorm: Ende 2025 kamen im Schnitt 137 Interessenten auf eine Mietwohnung – einer der höchsten Werte landesweit. Die Folge sind zunehmende Verdrängungseffekte, die Wohnungssuchende immer häufiger in Randlagen oder auf das Festland ausweichen lassen.

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