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6000 Kilometer durchs Meer und jetzt bedroht: Darum sind Mallorcas Aale in Gefahr

Die europäischen Aale legen tausende Kilometer zwischen Nordatlantik und den Balearen zurück – ihre Bestände sind durch Umweltverschmutzung und Überfischung stark gefährdet

Aal, der in den Gewässern von Mallorca schwimmt | Foto: UH

| | Mallorca |

Die Aale legen von der Sargassosee an der Ostküste der USA bis nach Mallorca eine beeindruckende Strecke von über 6000 Kilometern zurück, bevor sie den Naturpark S'Albufera im Inselnorden erreichen. Ihr Lebenszyklus führt sie auf Hin- und Rückreisen zwischen dem Nordatlantik und den Balearen, wobei sie sich in den Naturparks S'Albufera auf Mallorca niederlassen, bis sie geschlechtsreif sind.

Trotz ihrer außergewöhnlichen Wanderleistung sind die Bestände der europäischen Aale stark gefährdet, wie die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" berichtet. Auf den Balearen zählen vor allem Verschmutzung und Versalzung der Gewässer zu den größten Bedrohungen. Ein kürzlich vorgelegter Vorschlag, die Art offiziell als vom Aussterben bedroht einzustufen – was de facto ein Fangverbot für ganz Spanien bedeutet hätte – wurde von internationalen Umweltbehörden abgelehnt. Auf den Inseln selbst ist der Aalfang jedoch bereits seit drei Jahren verboten

Der Glasaal ist das durchsichtige Jugendstadium der Aale (Anguillidae). (Foto: UH)

Glasaale wandern nach Mallorca und leben bis zu 30 Jahre

Experten betonen, dass der Schutz der Aale über das Mittelmeer hinaus von entscheidender Bedeutung ist, da alle Exemplare im Saragossameer geboren werden. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) mit Sitz in Dänemark empfiehlt seit Jahren ein Fangverbot, warnt aber zugleich, dass allein diese Maßnahme nicht ausreicht, um die Art zu retten. Denn die meisten Aale sterben nicht durch Raubtiere, sondern durch menschliche Eingriffe in ihre Lebensräume.

Vor dem Fangverbot vor drei Jahren angelten Mallorquiner im Naturpark S'Albufera mit der traditionellen "Cucada", einem Erdwurm-Bündel. (Foto: UH)

Während die Aal-Larven mehrere Monate über den Atlantik treiben, wandern die Glasaale nach ihrer Ankunft auf Mallorca in Flüsse und Teiche, wo sie bis zu 30 Jahre alt werden können. Die erwachsenen Tiere kehren schließlich zum Sargassosee zurück, um sich einmalig fortzupflanzen und danach zu sterben. Auf den lokalen Märkten sind vor allem Glasaale gefragt, während in der mallorquinischen Küche der ausgewachsene Aal traditionell mit Festen wie Sant Antoni verbunden ist.

Initiativen spanischer Umweltschützer setzen sich international für ein umfassendes Fangverbot ein, um die Bestände langfristig zu sichern. Dennoch bleibt die Bedrohung durch Umweltverschmutzung bestehen.

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