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KRIEG IM IRAN

Gestrandet zwischen Nahost und Asien: Balearen-Regierung verspricht Urlaubern Unterstützung

Infolge etlicher Luftraumsperrungen sitzen schätzungsweise 500 Reisende in der Ferne auf gepackten Koffern, um nach Mallorca zurückzukehren. Der Vorsitzende des Reisebüroverbands fordert mit konkrete Hilfen seitens der Regierung.

AVIBA-Vorsitzender Pedro Fiol sieht bei der Regierung nach Handlungsspielraum für gestrandete Balearenbewohner | Foto: M.À. Cañellas

| Palma, Mallorca |

Die balearische Landesregierung hat angesichts der anhaltenden Luftraumsperrungen im Zuge des Konflikts im Nahen Osten gestrandeten Inselbewohnern Unterstützung zugesagt und eine zentrale Kontaktstelle eingerichtet. Betroffene, die derzeit nicht in ihre Heimat zurückkehren können, sollen sich an die E-Mail-Adresse balearsexterior@dgri.caib.es wenden.

Wie die Regionalregierung am Mittwoch mitteilte, haben verschiedene Stellen bereits Kontakt zu Reisenden aufgenommen, die sich in verschiedenen Teilen des Nahen Ostens und vor allem in Asien aufhalten. Ziel sei es, "sich direkt nach ihrer Situation zu erkundigen und ihnen die Bereitschaft der Regierung zu übermitteln, angesichts der aktuellen Schwierigkeiten Unterstützung zu leisten".

Man beobachte die Lage "fortlaufend" und wolle insbesondere prüfen, ob sich Bewohner der Inselgruppe in einer "besonders prekären Lage" befänden. In solchen Fällen könne die Landesregierung als direkter Ansprechpartner gegenüber dem spanischen Außenministerium auftreten. Eine eigene Rückholaktion unabhängig von Madrid plane man derzeit "jedoch nicht", zitiert die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" einen Regierungssprecher. Man stehe mit dem Außenministerium sowie mit der Europäischen Union in Kontakt, um "Unterstützung zu koordinieren".

Hintergrund sind erhebliche Einschränkungen im internationalen Flugverkehr. Wegen der Sperrung mehrerer Lufträume sitzen nach Schätzung des Präsidenten des Reisebüroverbands Aviba, Pedro Fiol, rund 500 Balearenbewohner im Ausland fest. Etwa 90 Prozent von ihnen befänden sich in Asien, nur rund zehn Prozent tatsächlich im Krisengebiet. Viele Reisende hätten ihre Rückflüge über große Drehkreuze am Persischen Golf geplant, die derzeit nicht oder nur eingeschränkt angeflogen würden.

Fiol kritisiert, die spanische Regierung konzentriere sich bei ihren Maßnahmen bislang vor allem auf den Nahen Osten. Das Außenministerium "ignoriere jene, die sich in Asien befinden", sagt er. Von konsularischer Unterstützung sei "weder etwas zu sehen noch zu erwarten". Betroffene erhielten häufig lediglich den Hinweis, sich an ihre Fluggesellschaft zu wenden. Diese seien jedoch überlastet und durch die bestehenden Luftraumbeschränkungen in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkt.

Zudem verschärfe sich die Lage "mit jedem Tag", so Fiol. Sämtliche Flüge zwischen Asien und Europa seien "nahezu ausgebucht", verbliebene Plätze würden teils zu extrem hohen Preisen angeboten – in Einzelfällen bis zu 9000 Euro für einen Rückflug nach Mallorca. Hinzu kämen ablaufende Visa und gesundheitliche Probleme einzelner Reisender. Unter vielen Betroffenen wachse deshalb die Unruhe.

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