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NAHOSTKONFLIKT

„Die Waffen müssen schweigen“ – Protest gegen Kriegspolitik in Palma

Mehrere hundert Menschen zog es am Freitagabend auf die Straßen der Inselhauptstadt, um Spaniens Rolle als NATO-Partner anzuprangern. Und nicht nur nebenbei ging es auch um Gaza.

Protest gegen den Krieg im Nahost | Foto: Pere Bota

| Palma, Mallorca |

Der Krieg im Nahen Osten ist auf Mallorca angekommen. Mehr als 300 Menschen haben sich am Freitag auf der Plaza de las Tortugas in Palma versammelt, um gegen das militärische Vorgehen der USA und Israels im Iran zu protestieren. Die Veranstalter sehen darin eine "ernste Bedrohung für den internationalen Frieden" und eine weitere Eskalation der Gewalt im Nahen Osten.

Zu der Kundgebung hatte die Plattform Mallorca per la Pau mit Unterstützung mehrerer pro-palästinensischer Initiativen aufgerufen. Die Demonstration stand unter dem Motto: "Für Frieden und für das Leben. Nein zum Krieg. Weder Militärbasen noch NATO".

Zum Auftakt erklang das Lied "Blowin’ in the Wind" von Bob Dylan. Dessen Text aus dem Jahr 1962 mit seiner Frage nach den vielen Toten sei bis heute aktuell, erklärten die Teilnehmer.

In Redebeiträgen wurde auch die Haltung der spanischen Regierung kritisiert. Zwar habe sich Madrid gegen den Krieg ausgesprochen, zugleich aber die Fregatte Cristóbal Colón zur logistischen Unterstützung entsandt. Dies zeige, so ein Redner, wie stark Spanien weiterhin an seine Verpflichtungen innerhalb der NATO gebunden sei. Wer eine "konsequente Friedenspolitik" wolle, müsse daher den Austritt aus dem Bündnis in Betracht ziehen.

Der Sprecher griff auch die US-Regierung scharf an. "Trump und die Seinen sind Ayatollahs westlichen Zuschnitts", sagte er mit Blick auf ein gemeinsames Gebet des amerikanischen Präsidenten mit Regierungsmitgliedern im Weißen Haus. Man rufe dabei "seinen Kriegsgott an", fügte er unter Applaus hinzu.

Im anschließend verlesenen Manifest prangerten die Organisatoren die "Missachtung des Völkerrechts" und wiederholte Verletzungen internationaler Normen an. Militärische Alleingänge, die auf der Logik der Stärke statt auf Dialog beruhten, "gefährden die Stabilität der Welt" und untergrüben die Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen.

Mehrfach riefen Teilnehmer Parolen wie "Boykottiert Israel". Redner warfen Israel vor, einen "Genozid" am palästinensischen Volk zu begehen, und kritisierten zugleich die internationale Gemeinschaft wegen ihrer angeblichen Untätigkeit angesichts der humanitären Lage in Gaza.

Ein weiterer Schwerpunkt der Kundgebung war die Rolle der Balearen in militärischen Strategien. Die Organisatoren begrüßten zwar, dass die spanische Regierung den USA nach eigenen Angaben die Nutzung der Militärbasen in Rota und Morón für den Konflikt untersagt habe. Zugleich forderten sie jedoch, weder Mallorca noch andere Teile Spaniens dürften als "logistische Plattform für militärische Operationen" dienen.

Zum Abschluss rief die Journalistin Maria Llull die Zivilgesellschaft dazu auf, weiterhin gegen den von den Veranstaltern als "imperialistischen Krieg" bezeichneten Konflikt zu protestieren. "Die Waffen müssen schweigen, nicht wir", sagte sie. Wirkliche Sicherheit könne nur durch Dialog und internationale Zusammenarbeit entstehen.

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