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Besitzer von Ferienwohnungen auf Mallorca schockiert: Verwalter soll sich mit 129.000 Euro bereichert haben

Die aktuellen Verantwortlichen der Anlage in Port d'Alcúdia haben deshalb Anzeige erstattet und fordern eine strafrechtliche Untersuchung

Luftbild von Port d'Alcúdia | Foto: Archiv

| Palma, Mallorca |

Eine Eigentümergemeinschaft in Alcúdia erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren früheren Präsidenten. Der Mann, der das Amt rund 30 Jahre lang innehatte, soll sich mindestens 129.000 Euro aus der Gemeinschaftskasse angeeignet haben. Die aktuellen Verantwortlichen der Anlage haben deshalb Anzeige erstattet und fordern eine strafrechtliche Untersuchung – auch gegen den damaligen Hausverwalter, dem sie Komplizenschaft vorwerfen.

Das Gebäude gehört größtenteils ausländischen Eigentümern, die ihre Wohnungen nur zeitweise nutzen. Der Präsident galt jahrzehntelang als Mann für alles: Er zog die Hausgelder ein, organisierte Wartungsarbeiten und kümmerte sich um die Verwaltung. Dafür erhielt er ein monatliches Gehalt von rund 3000 Euro.

Erst nach seinem Ausscheiden brachte eine Prüfung der Buchhaltung Unregelmäßigkeiten ans Licht. Laut der Klage wurden Einnahmen verbucht, denen keine tatsächlichen Einzahlungen gegenüberstanden. Zudem sollen Gelder zwischen verschiedenen Konten verschoben worden sein, ohne dass dafür Rechnungen oder andere Belege existieren. Besonders auffällig: Der Präsident kassierte Beiträge häufig bar, doch die Beträge tauchten später nicht vollständig auf den Konten der Gemeinschaft auf.

Mietverträge soll der Mann mit sich selbst geschlossen haben

Weitere Vorwürfe betreffen ein Lokal im Besitz der Gemeinschaft, das der Präsident jahrelang für seine eigene Immobilienfirma genutzt haben soll. Den Mietvertrag habe er sich selbst ausgestellt – für lediglich 2000 Euro im Jahr, deutlich unter Marktpreis. Nach Angaben der Gemeinschaft gibt es jedoch keinen Nachweis, dass diese Miete überhaupt gezahlt wurde.

Außerdem soll der frühere Präsident Arbeiten an eigenen Immobilien über die Konten der Gemeinschaft abgerechnet haben. Ein angeblich für Gartenarbeiten engagierter Arbeiter habe tatsächlich Renovierungen in den Räumen des Präsidenten erledigt. Der Anwalt der Eigentümer wirft dem Ex-Präsidenten und dem früheren Verwalter Untreue, Urkundenfälschung und Veruntreuung vor. Nun muss die Justiz entscheiden, ob ein Strafverfahren eröffnet wird.

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