Auf Mallorca ist die ehemalige deutsche Geschäftsführerin eines Unternehmens verurteilt worden, weil sie sich mehr als drei Millionen Euro aneignete, die der Fußballer Robert Lewandowski für den Kauf einer Villa in Santa Ponça gezahlt hatte. Die Angeklagte gestand die Taten bei der Gerichtsverhandlung am Dienstag, 24. Februar, in Palma de Mallorca: sowohl die Veruntreuung der Gelder als auch untreue Geschäftsführung, die Frau akzeptierte die zweijährige Haftstrafe auf Bewährung sowie eine Geldstrafe.
Die Taten, die die Deutsche gestand, ereigneten sich im Juni 2021. Damals kümmerte sich die Frau um den Verkauf der Immobilie an Fußballer Robert Lewandowski und eröffnete während des Deals ein Bankkonto auf den Namen der Gesellschaft. Die Angeklagte war nicht nur Geschäftsführerin, sondern hielt auch 25 Prozent der Anteile an der Gesellschaft Archipassion S.L., an der zwei weitere Gesellschafter beteiligt waren.
Familie Lewandowski zahlte 3.515.666 Euro per Scheck
Der Verkauf der Luxusimmobilie in Santa Ponça wurde abgeschlossen, und bei der notariellen Beurkundung zahlte die Ehefrau des Fußballers den Kaufpreis für die Villa per Scheck – in Höhe von 3.515.666 Euro. Die Deutsche räumte ein, diesen Betrag auf das von ihr kontrollierte Gesellschaftskonto eingezahlt und in den folgenden Monaten mehrfach Überweisungen auf ihr privates Konto vorgenommen zu haben. Im August desselben Jahres schied sie als Geschäftsführerin aus dem Unternehmen aus; zu diesem Zeitpunkt wies das Konto nur noch ein Guthaben von knapp einer halben Million Euro auf. Der Restbetrag war auf ihr Privatkonto transferiert und damit dem Zugriff der anderen Eigentümer entzogen worden.
Die deutsche Angeklagte informierte ihre Mitgesellschafter weder über den Verkauf der Immobilie an den prominenten Fußballer noch legte sie das Geschäft der Gesellschafterversammlung vor, obwohl die beiden anderen Anteilseigner mehrfach die Einberufung einer solchen Versammlung verlangt hatten. Ursprünglich war ihr zudem vorgeworfen worden, dem Notar ein gefälschtes Gesellschafterprotokoll vorgelegt zu haben, um den Verkauf durchführen zu können. Von diesem Vorwurf wurde sie im Rahmen eines Deals zwischen Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Nebenklage letztlich nicht verurteilt.
Geldstrafe in Millionenhöhe für Mallorca-Deutsche
Nach dem mündlich verkündeten Urteil des Gerichts muss die Verurteilte ihren beiden Mitgesellschaftern 1.625.000 Euro zahlen. Das Gericht in Palma de Mallorca setzte die Haftstrafe schließlich zur Bewährung aus, unter der Bedingung, dass sie keine weiteren Straftaten begeht und die zivilrechtlichen Ansprüche begleicht. Ausschlaggebend war, dass sie nicht vorbestraft ist und die verhängte Freiheitsstrafe zwei Jahre nicht übersteigt.
Robert Lewandowski musste nicht vor Gericht aussagen und ist zu der Verhandlung nicht persönlich erschienen. Der prominente Fußballer ist seit Jahren eng mit Mallorca verbunden und verbringt oft seine Urlaube auf der Insel. Seit 2022 steht er beim FC Barcelona unter Vertrag und gilt als einer der treffsichersten Stürmer Europas.