Die roten Doppeldeckerbusse von City Sightseeing in Mallorcas Metropole Palma werden künftig einen zusätzlichen Halt am Castillo de San Carlos einlegen. Ziel sei es, mehr Besucher für das historische Bauwerk im Hafenbereich von Porto Pi zu gewinnen und dem militärische Erbe der Insel zu mehr Bekanntheit zu verhelfen, teilte die Militärkommandantur der Balearen am Dienstag mit.
Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten in der vergangenen Woche der zuständige Oberst Jesús de Quiroga als Vertreter des Konsortiums des Castillo de San Carlos sowie Marcos Ybarra im Namen des Unternehmens City Sightseeing. Die Touristenbuss sollen den festungsähnlichen Bau künftig regelmäßig anfahren und so den Zugang für Touristen erleichtern.
Besucher könnten ihre Eintrittskarten entweder zusammen mit dem Busticket erwerben oder direkt am Castillo, hieß es. Das neue Abkommen ergänzt eine bereits bestehende Kooperation mit dem Verband der offiziellen Fremdenführer der Balearen, die darauf abzielt, Kultur und militärhistorisches Erbe der Insel "stärker zu vermitteln".
Die Ursprünge des Castillo de San Carlos reichen bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück. Der Bau begann mit einem einzelnen Turm, der zwischen 1610 und 1612 an der Stelle eines früheren Leuchtturms von Porto Pi errichtet wurde. Anlass war die strategische Bedeutung der Küste westlich von Palma: Die Anlage sollte den damaligen Naturhafen von Porto Pi sowie die Seewege in der Bucht vor Angriffen von Piraten und nordafrikanischen Korsaren schützen.
Im Jahr 1662 wurde die Anlage unter Anleitung des Militäringenieurs Vicente Mut deutlich erweitert und erhielt ihre heutige Form mit vier Bastionen. Im 19. Jahrhundert kam eine Küstenbatterie hinzu.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts erfüllte das Bauwerk verschiedene Funktionen, unter anderem als Gefängnis für Offiziere und Militärangehörige. Seit 1981 ist dort ein Militärmuseum untergebracht. Für Verwaltung und Betrieb der Anlage ist seit 1997 das Consorcio del Castillo de San Carlos zuständig.