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Betrug

Mallorca: Mann betrügt Schwager mit angeblicher Karibikreise um über 8000 Euro

Weitere mutmaßliche Opfer werfen dem Mann vor, Geld für VIP-Erlebnisse bei Spielen von Real Madrid im Stadion Santiago Bernabéu kassiert zu haben

Traumziel Dominikanische Republik: Mit einer angeblichen Familienreise in die Karibik betrog ein Mann aus Palma seinen Schwager um mehr als 8.000 Euro | Foto: Archiv

| Palma, Mallorca |

Ein 35-jähriger Spanier ist auf Mallorca wegen Betrugs zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Der Mann hatte seinen eigenen Schwager mit dem Versprechen einer Familienreise in die Dominikanische Republik um insgesamt 8211 Euro gebracht. Vor Gericht legte der Angeklagte ein Geständnis ab und muss dem Opfer das Geld zurückzahlen.

Die Richterin berücksichtigte dabei eine teilweise Schadenswiedergutmachung: Noch vor Prozessbeginn hatte der Mann 1200 Euro hinterlegt, weshalb das Strafmaß gemildert wurde.

Opfer überwies Anzahlungen – Reise fand nie statt

Der Fall geht auf September 2022 zurück. Damals bot der Angeklagte seinem Schwager an, eine gemeinsame Reise in die Karibik zu organisieren. Dafür verlangte er zunächst 4600 Euro, später noch einmal 90 Euro. Das Opfer überwies die geforderten Beträge schließlich im Mai 2023.

Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, hatte der Mann jedoch nie vor, die Reise tatsächlich zu buchen. Als sein Schwager schließlich das Geld zurückforderte, erklärte der Angeklagte, dies sei momentan nicht möglich, weil seine Konten angeblich vom spanischen Finanzamt (Hacienda) gesperrt worden seien. Um die angebliche Blockade aufzuheben, müsse der Geschädigte ihm jedoch weitere 3521 Euro überweisen.

Zwischen September und Oktober 2023 folgten mehrere weitere Überweisungen. Auch dieses Geld nutzte der Mann laut Ermittlern, um eigene Schulden zu begleichen. Ermittlungen der Wirtschafts- und Finanzkriminalitätseinheit (UDEF) der spanischen Nationalpolizei ergaben später, dass keine Konten des Angeklagten vom Finanzamt blockiert waren.

Wie die spanischsprachige MM-Schwesterzeitung Ultima Hora erfahren hat, steht der Mann zudem im Verdacht, noch weitere Personen getäuscht zu haben. Mehrere mutmaßliche Opfer werfen ihm vor, Geld für VIP-Erlebnisse bei Spielen von Real Madrid im Stadion Santiago Bernabéu kassiert zu haben. Die angebotenen Pakete – mit Gourmet-Catering, offener Bar und Logenplätzen – sollten zwischen 275 und 1000 Euro pro Spiel kosten.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft zweieinhalb Jahre Gefängnis gefordert. Nach einer Einigung zwischen Anklage, Verteidigung und Nebenklage wurde das Strafmaß jedoch auf ein Jahr Haft reduziert. Ins Gefängnis muss der Mann allerdings nur, wenn er den noch ausstehenden Schadenersatz nicht innerhalb eines Jahres bezahlt.

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