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Brand in Wohnghetto vor den Toren Palmas: Feuerwehr rückt mit mehreren Löschzügen aus

Ersten Informationen zufolge brach das Feuer in einer behelfsmäßig zusammengezimmerten Hütte nahe des Supermarkts Carrefour und dem Großkino Ocimax aus. Personen kamen nicht zu Schaden.

Das Feuer brach in dieser Behausung aus.

| Palma de Mallorca |

In einem der größten irregulären Wohncamps Mallorcas ist am Donnerstagabend ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Einsatzfahrzeugen gegen 18 Uhr in das Barackenlager nahe der Carrer de Joan Mascaró i Fornès im Stadtteil Son Serra Parera aus. Nach ersten Angaben konnten die Flammen auf eine einzelne, rund 50 Quadratmeter große Hütte begrenzt und unter Kontrolle gebracht werden. Verletzt wurde nach Informationen der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" offenbar niemand.

Die Einsatzkräfte wurden dabei von mehreren Einheiten der Ortspolizei unterstützt. Nach Angaben der Feuerwehr befanden sich zum Zeitpunkt des Brandes "keine Personen in der betroffenen Behausung". Ob vorsorglich Bewohner evakuiert werden mussten, war zunächst unklar. Der Stadtteil Son Serra Perera liegt gegenüber dem Supermarkt Carrefour, jedoch jenseits der Ringautobahn Via de Cintura.

Die Löscharbeiten gestalteten sich nach Behördenangaben "schwierig". Die provisorischen Unterkünfte bestehen überwiegend aus leicht entflammbaren Materialien wie Holz, Stoffen, Reifen und angesammeltem Hausrat. Diese hätten das Feuer zusätzlich angefacht, hieß es. Eine weithin sichtbare Rauchwolke sorgte in den umliegenden Vierteln für Aufsehen. Zahlreiche Augenzeugen filmten den Brand aus der Ferne mit ihren Smartphonekameras.

Dass sich die Flammen nicht weiter ausbreiteten, lag nach Einschätzung der Einsatzkräfte auch an den Abständen zwischen den Hütten sowie an der angrenzenden Vegetation, die ein Übergreifen verhinderte. Das Feuer konnte deshalb rechtzeitig eingedämmt werden.

Das betroffene Gebiet gilt als das größte zusammenhängende Barackenlager Palmas. Bereits seit Jahren wächst die informelle Siedlung am Stadtrand, die von Bewohnern unterschiedlicher Herkunft bewohnt wird. Nach Berichten aus dem vergangenen Jahr leben dort Menschen aus Rumänien, Marokko und Spanien, wobei Letztere inzwischen in der Minderheit sind. Die Hütten seien teils gruppenweise nach Nationalitäten angeordnet, berichtete ein Bewohner.

Das Camp weist inzwischen Merkmale dauerhafter Besiedlung auf: Nicht selten sind Einkaufswagen, kleine Gemüsegärten und sogar Tiergehege mit Hühnern zu sehen. Gleichzeitig bereiten den Behörden und Anwohnern anwachsende Müllberge an den Rändern des Areals Sorgen. Insbesondere in den Sommermonaten ist aufgrund trockener Büsche und Grasland die Brandgefahr hoch.

Die Feuerwehr und Polizei haben Ermittlungen zur Brandursache eingeleitet. Der materielle Schaden konnte bislang nicht beziffert werden.

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