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Baby-Mörderin auf Mallorca verschwindet vor Urteilsverkündung: Fahndung ausgeschrieben

Geschworene verurteilen Mutter, ihr noch lebendes Neugeborenen in einem Müllcontainer geworfen zu haben. Derzeit fehlt von der Flüchtigen jegliche Spur

Die wegen Kindesmord auf Mallorca verurteilte Mutter bei einem Gerichtstag mit ihrem Anwalt | Foto: Archiv

| Mallorca |

Im aufsehenerregenden Fall um ein totes Neugeborenes aus Porto Cristo ist die Hauptangeklagte kurz vor der Urteilsverkündung untergetaucht. Das Landgericht in Palma de Mallorca erließ daraufhin einen Haftbefehl gegen die Frau. Ihr Aufenthaltsort ist derzeit unbekannt, die Nationalpolizei fahndet nach ihr.

Die Angeklagte war für Sonntag, 17 Uhr, zur Verkündung des Urteils geladen worden. Trotz ordnungsgemäßer Zustellung über ihren Anwalt erschien sie jedoch nicht im Gerichtssaal. Nach Angaben aus Justizkreisen wurde gegen 15 Uhr noch telefonisch Kontakt mit ihr aufgenommen – danach verlor sich ihre Spur. Auch nach stundenlangem Warten blieb sie verschwunden.

Gericht reagiert mit Haftbefehl

Das Nichterscheinen sorgte für erhebliche Unruhe im Gericht. Beobachter sprechen von einem außergewöhnlichen Vorgang, da ein Fernbleiben zur Urteilsverkündung in dieser Form bislang nicht bekannt ist. Weder Gericht noch Verteidigung konnten sich das Ausbleiben erklären. Ob die Frau gezielt geflohen ist oder andere Gründe vorliegen, ist derzeit unklar.

Das Gericht reagierte umgehend und ordnete die Festnahme an. Parallel laufen Ermittlungen, um den Aufenthaltsort der Angeklagten zu klären. Die Urteilsverkündung selbst wurde schließlich in Abwesenheit der Frau durchgeführt, während Angehörige und Prozessbeteiligte im Gebäude ausharrten.

Geschworene sehen Mord als erwiesen an

In der Sache selbst wiegt der Vorwurf schwer: Die Geschworenen befanden die Angeklagte des Mordes für schuldig. Nach ihrer Überzeugung wusste die Frau, dass das Neugeborene noch lebte, unterließ jedoch jede Hilfe und warf das Kind im November 2023 in einen Müllcontainer. Das Baby starb.

Die Staatsanwaltschaft fordert für die Mutter sowie ihren ebenfalls angeklagten Schwager eine lebenslange Freiheitsstrafe mit Möglichkeit der späteren Überprüfung. Gegen den Schwager, der bei der Urteilsverkündung anwesend war, wurde ebenfalls ein sofortiger Haftbefehl erlassen – er kam noch am selben Tag in Haft. Eine weitere Angehörige wurde wegen unterlassener Hilfeleistung schuldig gesprochen.

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