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LEBENSQUALITÄT

Wo Mallorca besonders glücklich macht: Kleine Orte vorn, Palma abgeschlagen

Eine Erhebung, in der ausnahmsweise nicht die üblichen Verdächtigen aufs Treppchen kommen. Ein gelungene Mischung aus drei Faktoren scheint ausschlaggebend zu sein.

Mallorca macht glücklich, vor allem abseits der Inselhauptstadt Palma. | Foto: Freepik

Palma de Mallorca |

Mallorca macht offenbar glücklich, wenn auch nicht überall in demselben Maße. Das legt zumindest der sogenannte Spain Happy Index 2026 nahe, der mehr als 8.000 Gemeinden in ganz Spanien anhand verschiedener Faktoren bewertet hat. Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild der Insel – und stellen gängige Annahmen über vermeintlich attraktive Wohnorte teilweise infrage.

Die Untersuchung kombiniert nach eigenen Angaben Kriterien wie Klima, Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildungsinfrastruktur und Verkehrsanbindung. Auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten soll so die wahrgenommene Lebenszufriedenheit messbar gemacht werden. Gerade auf Mallorca zeigen sich dabei deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Regionen.

An die Spitze innerhalb der Insel schaffte es Llucmajor mit 88,44 Punkten. Die Gemeinde östlich von Palma vereine ländliche Strukturen mit touristischer Infrastruktur und profitiere sowohl von weitläufigen Küstenabschnitten als auch von landwirtschaftlich geprägten Flächen, befand die Jury. Diese Mischung erweise sich laut Studie als "besonders förderlich für die Lebensqualität".

Dicht dahinter folgt Calvià (87,73 Punkte), seit Jahrzehnten ein Schwergewicht im Tourismus. Ortsteile wie Magaluf, Palmanova oder Santa Ponça sind mittlerweile jedem Mallorca-Urlauber ein Begriff. Mehr als 300 Sonnentage im Jahr sowie eine gute Verkehrsanbindung an die Inselhauptstadt trugen zu der hohen Bewertung bei. Den dritten Platz belegt Valldemossa (86,97 Punkte), das beschauliche Bergdorf in der Serra de Tramuntana. Anders als viele Spitzenreiter liegt es nicht direkt am Meer, punktet jedoch mit landschaftlicher Qualität und kulturellem Erbe.

Auffällig ist insgesamt die starke Stellung der Küstenorte. Gemeinden wie Felanitx, Ses Salines, Santanyí oder das besonders bei Deutschen beliebte Andratx erreichen ebenfalls hohe Werte. Die Nähe zum Meer gilt laut den Verfassern der Glücksstudie als zentraler Faktor: mildes Klima, maritime Landschaft und touristische Infrastruktur erhöhen offenbar die Zufriedenheit der Bewohner.

Doch auch im Inselinneren lebt es sich offenbar keineswegs schlecht. Orte wie Marratxí, Manacor oder Binissalem erreichen überdurchschnittliche Bewertungen. Sie profitieren laut Analyse von einer Kombination aus moderater Bevölkerungsdichte, erhaltenem ländlichen Charakter und zugleich guter Erreichbarkeit der Hauptstadt Palma. Die Nähe zur Metropole ohne deren Belastungen werde von vielen Bewohnern geschätzt.

Umso bemerkenswerter ist die Platzierung Palmas selbst. Mit lediglich 75,01 Punkten landet die größte Stadt der Insel im unteren Bereich der balearischen Rangliste. Dabei bündelt die Hauptstadt einen Großteil der administrativen, kulturellen und medizinischen Einrichtungen. Nach Einschätzung der Studie schlagen jedoch Faktoren wie hohe Bevölkerungsdichte, Verkehrsbelastung, Lärm und Überfüllung negativ zu Buche. Auch steigende Wohnkosten beinträchtigen die Wahrnehmung der Lebensqualität.

Die Ergebnisse deuten damit auf eine klare Tendenz hin: Nicht die urbane Verdichtung, sondern ein ausgewogenes Verhältnis aus Natur, Infrastruktur und Erreichbarkeit scheint für viele Menschen auf Mallorca entscheidend für ihr Wohlbefinden zu sein.

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