Zwei Bilder von sich küssenden gleichgeschlechtlichen Paaren an den Wänden des Gymnasiums von Porto Cristo auf Mallorca sorgen für Kontroversen. Der regionale Vorsitzende der rechtsextremen Partei Vox, Gabriel Le Senne, hatte vor zwei Wochen ein Video veröffentlicht, in dem er den Inhalt als "inakzeptabel" bezeichnete. Nun wurde bekannt, dass die Stiftung der christlichen Rechtsanwälte in Spanien (FEAC) mit Sitz auf dem Festland wenige Tage später in einem Brief an die zuständige Stadtverwaltung von Manacor die Wandbilder ebenfalls kritisierte.
Die Gemälde, ein Werk der Künstlerin Catalina Julve, wurden im Juni 2022 im Rahmen der LGTBIQ+-Pride-Woche eingeweiht, mit dem klaren Ziel, das Bewusstsein für Vielfalt zu fördern und den Respekt dafür zu stärken. Die beiden Bilder sind Darstellungen aus den 1940er Jahren mitten im Zweiten Weltkrieg. Das erste zeigt ein lesbisches Paar, das in der Nazizeit ermordet wurde; daher wollte die Künstlerin seine Geschichte wiederbeleben und würdigen.
Sichtweisen
In seinem Video bezeichnete Le Senne die Wandbilder als "ideologisch" und kritisierte sie dafür, "Jugendliche zu indoktrinieren". Le Senne weiter: "„Wir von Vox werden fordern, dass sie entfernt werden. Es ist eine Sache, alle Menschen unabhängig von ihrer Hautfarbe, Religion oder sexuellen Orientierung zu respektieren. Eine andere Sache ist es, bestimmte sexuelle Orientierungen zu fördern."
In ihrem Schreiben stufte die FEAC ihrerseits die Wandbilder als "möglicherweise objektiv unvereinbar" einstuft. Gleichzeitig begründet die Vereinigung in ihrem Schreiben nicht, worin diese angebliche "Unvereinbarkeit" besteht, fordert jedoch die Stadtverwaltung auf, ihr Informationen über den Vergabevertrag mit der für die Gestaltung und Ausführung der Wandbilder verantwortlichen Person oder Firma sowie Informationen über die Genehmigung des Projekts zu übermitteln.