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Günstige Mietwohnungen im ehemaligen Kino: Llucmajors Gemeinderat ungewöhnlich einig

Auf dem Areal des ungenutzten Kinos "Principal" sollen künftig junge Menschen und Familien aus dem Ort leben. Doch ehe es soweit ist, muss noch der Ankauf abgewickelt werden.

Früher Kino, jetzt leerstehend, in Zukunft vielleicht das erschwingliche Zuhause von jungen Familien: Das ehemalige Kino Principal.

| Palma de Mallorca |

Der Gemeinderat von Llucmajor hat den Weg für den Ankauf des ehemaligen Kinos "Principal" freigemacht. Das seit Jahren ungenutzte Gebäude aus dem Jahr 1938, zentral im historischen Ortskern gelegen und rund 939 Quadratmeter groß, soll künftig für den Bau von Sozialwohnungen genutzt werden.

In einer Plenarsitzung stimmten sämtliche Parteien einstimmig für einen entsprechenden Vorschlag der örtlichen Gruppierung Més per Llucmajor. Selbst die VOX-Vertreterin Margalida Palmer, sonst erbitterter Gegner der Regionalpartei Més, habe die Initiative ausdrücklich begrüßt, berichtet die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora".

Die zuständige Gemeinderätin für Stadtentwicklung, Inmaculada Pérez, sagte im Rahmen der Sitzung, es seien bereits erste Schritte eingeleitet worden. Man habe technische Gutachten angefordert, "um den Kaufprozess in Gang zu bringen". Bürgermeisterin Xisca Lascolas ergänzte, man hoffe nun auf "positive technische und juristische Bewertungen".

Überrascht zeigte sich der Sprecher von Més per Llucmajor, Oriol Gómez, angesichts der geschlossenen Unterstützung im Rat. "Fast hätte ich eine Träne vergossen", sagte er lachend. Zugleich warb er nachdrücklich für eine öffentliche Nutzung des Gebäudes. Das frühere Kino sei "ein Ort mit Seele", der das Leben mehrerer Generationen geprägt habe.

Zugleich verwies Gómez auf den Druck des Immobilienmarktes: Investoren könnten auf dem Areal des ehemaligen Kinos problemlos "bis zu 15 hochwertige Luxuswohnungen" errichten. Genau das sei jedoch nicht im Interesse der Gemeinde. Llucmajor brauche "keine weiteren Luxusprojekte, die die Bewohner aus dem Zentrum verdrängen", sondern eine mutige Wohnungsbaupolitik, die bezahlbaren Wohnraum sichere und die Identität des Ortskerns bewahre. Würde das Gebäude in private Hände fallen, ginge "eine historische Chance" verloren.

Tatsächlich wird die Immobilie derzeit von einem Makler für 799.000 Euro angeboten. In sozialen Netzwerken wird sie als "strategische Investition mit hoher Rendite" beworben.

Més per Llucmajor fordert daher, dass sich die Gemeinde nach einem Ankauf mit dem balearischen Wohnungsinstitut Ibavi abstimme. Ziel sei der Bau von Sozialwohnungen, vorrangig für junge Menschen und Familien aus Llucmajor. Zudem solle ein künftiges Bauprojekt die historische Fassade und charakteristische Elemente des ehemaligen Kinos erhalten.

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