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Falschparker am Strand: Warum Autofahrer auf Mallorca und den Nachbarinseln so oft im Sand versacken

Sowohl Einheimische und Urlauber auf Mallorca und Ibiza versenken ihre Autos regelmäßig an der Palma. Aus Unwissenheit, Selbstüberschätzung und Dummheit

Einfach im Sand geparkt: Solche Szenen passieren auf Mallorca sowie Ibiza immer mal wieder. | Foto: Periódico de Ibiza

| Mallorca |

Es ist eine dieser Szenen, die zuverlässig zwischen Belustigung und Fremdscham pendeln: Ein Mietwagen, geschniegelt für den Urlaub, steht plötzlich dort, wo eigentlich nur Flip-Flops hingehören – mitten im Sand. Jüngster Schauplatz ist die Platja d’en Bossa von Mallorcas Nachbarinsel Ibiza, wo ein Hyundai am vergangenen Sonntag seelenruhig neben Müllcontainern parkte, als gehöre er zur Strandmöblierung.

Es war nicht das erste Mal. Bereits im April 2025 musste die Polizei der dortigen Gemeinde einen festgefahrenen Geländewagen befreien. Im Juli wiederholte sich das Schauspiel, diesmal mit einem Fahrer, der beherzt selbst Hand anlegte – und dabei vor allem eines demonstrierte: dass Durchdrehen der Räder selten zur Erleuchtung führt.

Strand ist kein Parkplatz

Was viele offenbar nicht wissen – oder ignorieren: Auf den Balearen ist das Befahren von Stränden in nahezu allen Küstengemeinden strikt verboten und wird mit empfindlichen Geldstrafen geahndet. Der Sand ist kein Abenteuerspielplatz für PS-starke Fehlentscheidungen, sondern geschützter Naturraum.

Ein Autofahrer, der seinen Jetski am Strand von Son Serra auf Mallorca aus dem Wasser ziehen will, bleibt im Sand stecken. Foto: Archiv

Dennoch scheint sich jedes Jahr ein kleiner Kreis Unbelehrbarer zu finden, der den direkten Weg zum Wasser sucht. Mal ist es falsch verstandene Abenteuerlust, mal blindes Vertrauen ins Navi, das selbst Feldwege mit der Selbstverständlichkeit einer Autobahn behandelt, mal pure Dummheit.

Wenn der Abschleppdienst zur Strandattraktion wird

Am Strand von Es Trenc im Südosten von Mallorca etwa endete im vergangenen Sommer die Reise eines Urlaubers abrupt im Schlamm. Sein Navigationsgerät hatte ihn über einen aufgeweichten Zufahrtsweg geführt – und dort blieb er stecken, fest wie ein Anker im Mittelmeerboden.

Noch spektakulärer geriet ein Vorfall in Son Serra de Marina. Ein Wassersportler wollte seinen Jetski bergen und fuhr kurzerhand mit einem Jeep bis ans Wasser. Das Ergebnis: Das Fahrzeug steckte halb im Sand, halb im Meer. Anstatt Hilfe zu holen, brachte er Verstärkung – in Form eines Porsche-SUV. Kurz darauf standen zwei festgefahrene Autos und ein unbeweglicher Jetski als improvisierte Installation moderner Strandkunst.

Stundenlang versuchte der Mann, die Lage zu retten. Erfolglos. Erst ein Abschleppdienst beendete das Schauspiel – sehr zur Freude zahlreicher Zuschauer, die das Geschehen wie eine Live-Komödie verfolgten. Die Pointe: Offenbar wollte der Besitzer eine Slipgebühr für die öffentliche Rampe am Hafen von rund 30 Euro sparen, auf der man ein kleines Boot oder einen Jetski ganz praktisch zu Wasser lassen kann. Am Ende dürfte es deutlich teurer geworden sein.

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