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Ekel-Fund auf Mallorca: Bauarbeiter stoßen in Alcúdia auf menschliche Knochen

Während eine Gasleitung verlegt wurde, kamen die Überreste ans Tageslicht. Sogar Insel-Urlauber waren live bei den Ausgrabungen dabei

Die Kriminalpolizei rückte zu dem Knochenfund an, um auszuschließen, dass diese aus jüngerer Zeit stammen. | Foto: Ultima Hora

| Alcúdia, Mallorca |

Auf Mallorca sind am Montag bei Bauarbeiten menschliche Überreste gefunden worden. Während sie eine Gasleitung in Alcúdia verlegten, stießen Bauarbeiter im Erdboden auf die Knochen. Unter den neugierigen Blicken von Urlaubern und Anwohnernuntersuchten Beamte der Kriminalpolizei sowie vom Inselrat entsandte Archäologen die Oberschenkelknochen sowie Rippen. Ziel war es, zweifelsfrei festzustellen, dass es sich um menschliche Überreste handelt, und zugleich auszuschließen, dass sie aus jüngerer Zeit stammen.

Dieser Sensationsfund wirft ein neues Rätsel auf der Insel auf. Alcúdia steht auf einem archäologischen Fundgebiet, von dem ein Teil bislang noch nicht freigelegt oder zumindest nicht ausgegraben wurde – obwohl bereits ein bedeutender Teil der antiken römischen Stadt Pol·lèntia mit ihren Säulen und Mauern ans Licht gekommen ist und davon zeugt, dass hier im Laufe der Geschichte verschiedene Zivilisationen lebten. Mehr zu einem anderen Fund lesen Sie hier: Forscher auf Mallorca sicher: "Wir haben eine verschollene Römerstadt gefunden".

Kriminalpolizei rückte an

Die Knochen kamen am Montag zum Vorschein, als Arbeiter in der Straße Pol·lèntia gerade einen Graben für eine Gasleitung aushoben. Nach der Meldung wurde das Gebiet von der Ortspolizei abgesperrt, und die Stadtverwaltung von Alcúdia informierte die Kriminalpolizei sowie das zuständige Gericht, um das übliche Verfahren einzuleiten.

Nachdem bestätigt wurde, dass es sich um alte Knochen handelt – laut erster Untersuchung Teile eines Oberschenkelknochens und Rippen – wurde die Ausgrabung ausgeweitet. Ziel ist es nun zu klären, ob es sich um ein einzelnes Grab handelt oder ob möglicherweise weitere Überreste vorhanden sind und es sich um ein größeres Gräberfeld handelt.

Wiege der Zivilisationen

Zahlreiche archäologische Funde der jüngeren Vergangenheit belegen, dass Alcúdia seit Jahrtausenden durchgehend besiedelt ist. Lange vor der Ankunft der Römer lebten hier bereits Gemeinschaften der vortalayotischen Zeit (ca. 2000–1200 v. Chr.), gefolgt von der talayotischen Kultur (1200–123 v. Chr.), die monumentale Steinbauten und befestigte Siedlungen errichtete.

Mit der römischen Eroberung begann eine neue Epoche: Auf diesem Gebiet entstand die Stadt Pol·lèntia, die zur Hauptstadt Mallorcas und zu einem der wichtigsten urbanen Zentren im westlichen Mittelmeerraum wurde.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches war Alcúdia in der islamischen Zeit ein landwirtschaftlicher Weiler namens Al-Kudi, eingebunden in das Netz von Madina Mayurqa. Mit der katalanischen Eroberung und dem Bau der mittelalterlichen Stadtmauern ab dem 14. Jahrhundert erhielt die Stadt weitgehend ihr heutiges Erscheinungsbild. All diese Epochen haben archäologische Spuren hinterlassen, die – übereinandergelagert – eine komplexe und faszinierende Geschichte erzählen und Alcúdia zu einem der bedeutendsten Kulturerbe-Gebiete Mallorcas machen.

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