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Brand in Palmas besetzter Haftanstalt – Stadt treibt Räumung und Neubaupläne voran

Es war nicht der erste Zwischenfall dieser Art in dem baufälligen Gebäude. Mehr als 200 Menschen sollen sich trotz Räumungsaufforderung weiter dort aufhalten.

Dunkle Rauchschwaden über der ehemaligen Haftanstalt in Palma de Mallorca. | Foto: R.S.

| Palma de Mallorca |

Bei einem erneuten Brand in der stillgelegten Haftanstalt Sa Presó in Palma de Mallorca sind am Mittwoch mehrere Menschen leicht verletzt worden. Nach Angaben der Feuerwehr brach der Brand am Nachmittag gegen 15.30 Uhr im zweiten Stock des Gebäudes aus. Mehrere Personen hätten Rauch eingeatmet und seien vor Ort medizinisch versorgt worden, teilte die Einsatzleitung mit.

Die Rettungskräfte konnten die Flammen demnach rasch unter Kontrolle bringen, bevor sie auf andere Teile des Gebäudes übergriffen. In der ehemaligen Haftanstalt leben derzeit noch mehr als 200 Menschen. Neben der Feuerwehr waren auch die Ortspolizei sowie Rettungskräfte des Notdienstes SAMU 061 im Einsatz. Die Feuerwehr führte nach dem Löschen nach eigenen Angaben über eine Stunde lang Sicherungsarbeiten durch, um die Stabilität des Gebäudes zu prüfen und die Luftqualität zu kontrollieren.

Die frühere Haftanstalt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Einkaufszentrum Ocimax ist seit Längerem besetzt und soll geräumt werden. Nach Angaben von Bürgermeister Jaime Martínez (Volkspartei, PP) sind derzeit 226 Bewohner offiziell erfasst. Bislang hätten 45 von ihnen Einspruch gegen ihre Räumung eingelegt. Nach Ablauf der Frist bleibe ihnen eine kurze Zeitspanne für einen freiwilligen Auszug, danach werde der Fall an ein Gericht übergeben, um den formalen Räumungsprozess einzuleiten.

Parallel dazu arbeitet die Stadt an Zukunftsplänen für das Areal. Vorgesehen ist der Bau von rund 130 öffentlich geförderten Wohnungen. Diese sollen unter anderem älteren Menschen, sozial Bedürftigen sowie besonders schutzbedürftigen Personen zugutekommen. "Auch Sozialwohnungen sind geplant", sagte Martínez. Man arbeite dabei unter anderem mit privaten Sozialeinrichtungen und der Stiftung Sant Joan de Déu zusammen.

Ein Teil der künftigen Wohnungen soll speziell für soziale Zwecke genutzt werden, etwa für Menschen mit Behinderung oder Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Zudem seien erschwingliche Mietwohnungen vorgesehen, sagte Martínez. Ergänzend plant die Stadt infrastrukturelle Maßnahmen wie einen Kreisverkehr sowie eine neue Anbindung an die Stadtautobahn.

Bis zur endgültigen Räumung bleibt die Situation in der ehemaligen Haftanstalt jedoch angespannt. Die Behörden kontrollieren den Zugang zum Gelände rund um die Uhr. Der Bürgermeister verwies erneut auf Sicherheitsrisiken: "Im Bereich der Haftanstalt konzentrieren sich die Probleme, es besteht Brand- und Sicherheitsgefahr."

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