Der Plastikmüll auf Mallorca nimmt Überhand. Das ist eine der Schlussfolgerungen einer neuen Studie, die die Stiftung Mallorca Preservation (MAPF) jüngst veröffentlicht hat. Demnach befinden sich auf der Insel durchschnittlich mehr als drei Abfallobjekte aus diesem Material pro 100 Quadratmeter.
Vor allem der Landwirtschaftssektor ist zu einem bedeutenden Emittenten geworden: Früher war Mulchfolie ein essenzielles Instrument bei der Wasseroptimierung und Unkrautvermeidung. Die Direktorin von MAPF, Ana Riera, erklärt: "Dieses Material gelangt letztendlich in die Ökosysteme, weil die Sonne es zersetzt und es sich mit der Erde vermischt, wenn man es entfernen möchte."
Seit 2019 kollaboriert MAPF mit der Vereinigung der Bio-Landwirte auf Mallorca (APAEMA), indem sie den Einsatz von Biofilm aus Maisstärke fördert. Dadurch konnten bereits 900 Kilometer Plastik ersetzt werden, was rund 17.000 Kilogramm Kunststoff entspricht, die nicht in die Erzeugnisse der Bauern gelangen. Pro Jahr sind es insgesamt rund 1300 Tonnen Plastikmüll, die die Branche generiert.
Müll zu jeder Jahreszeit
Die Pilotstudie von MAPF, die im zurückliegenden Jahr an 21 Stellen der Balearen durchgeführt wurde, zeigt auf, dass 60 Prozent der auf dem Meeresboden gefundenen Objekte Plastik sind. Laut Elisa Langley Ribas, die technische Koordinatorin des Berichts, verteilt sich das Müllaufkommen auf das gesamte Jahr: "Die Abfälle, die man im Frühling findet, haben sich in den vergangenen Jahren angesammelt. Im Herbst sind sie auf die Aktivitäten zurückzuführen, die an den Küsten über den Sommer hinweg stattfinden."
Vor diesem Hintergrund ist es immer wichtiger geworden, die Bevölkerung zu mobilisieren. In 2025 haben fast 300 Freiwillige an von MAPF organisierten Strandreinigungen teilgenommen. Unter den eingesammelten 133 Kilogramm Müll befanden sich bei einer einzelnen Aktion fast 6000 Zigarettenstummel. Das erklärte Ziel, so MAPF, sei es, eines Tages gar keinen Abfall zu erzeugen.