Der plötzlich abgesackte Speisesaal in einem Hotel in Santa Ponça beherrscht am Freitag die Inselmedien. Nach dem Vorfall am Donnerstagabend steht nun fest, dass das betroffene Hotel geschlossen wird; alle 520 Gäste sollen noch im Laufe des Tages in andere Häuser der gleichen Kette verlegt werden.
Das Unglück ereignete sich gegen 21.30 Uhr im Hotel Rey Don Jaime in der Carrer de Gran Vía Puig Major. Mehrere Urlauber hielten sich zum Abendessen in dem rund 30 Quadratmeter großen Raum auf, als der Boden plötzlich nachgab. Zwei Menschen erlitten dabei leichte Schürfwunden.
Nach Angaben von Einsatzkräften und Technikern, die die Anlage bereits inspiziert haben, soll das Gebäude vorerst geschlossen bleiben. Eine eingehende Überprüfung der Statik ist für kommenden Montag angekündigt. Als eine der Hauptursachen gilt derzeit, dass die in die Jahre gekommene Deckenkonstruktion möglicherweise nicht ausreichend verstärkt war. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.
Die betroffenen Gäste wurden unmittelbar nach dem Vorfall aus dem Gebäude gebracht. Am Freitag organisierte das Hotel den Transfer in andere Unterkünfte der Kette; zahlreiche Touristen verließen das Gelände mit Taxis und privaten Bussen.
Eine britische Urlauberin schilderte gegenüber der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" ihre Eindrücke vom Abend des Unglücks. "Ich erinnere mich, dass wir einen sehr lauten Knall gehört haben. Wir dachten zuerst, es sei ein Terroranschlag. Viele Menschen rannten panisch hinaus", sagte sie. Am Vortag habe sie noch in demselben Bereich gegessen. "Deshalb stehen wir noch unter Schock." Zugleich lobte sie die schnelle Reaktion der Gäste: "Zum Glück waren wir alle sehr schnell draußen." Auf der Straße habe sie einige leicht verletzte Personen gesehen.
Die Regionalregierung der Balearen bemühte sich unterdessen um mediale Schadensbegrenzung. Es habe sich um ein sehr ungewöhnliches Ereignis mit vergleichsweise "glimpflichem Ausgang" gehandelt, erklärte der stellvertretende Regierungschef Antoni Costab(Volkspartei, PP). Die Inseln seien grundsätzlich ein "sicheres Reiseziel", das weltweit Vertrauen genieße. Man hoffe, dass der Zwischenfall keine negativen Auswirkungen auf das touristische Image haben werde.