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Nach Sandchaos im Winter: Die Playa de Palma bekommt ihre Mauer zurück

Mit dem Wiederaufbau des niedrigen Walls hat die Stadt Palma bereits begonnen. Allerdings könnte das Comeback der Betonkonstruktion auch so manch unerwünschten Besucher anlocken.

Sie ist wieder da, das verloren geglaubte Mäuerchen an der Playa de Palma. Die Version 2.0 soll sogar mit Naturstein verkleidet werden. | Foto: Rathaus Palma

| | Palma de Mallorca |

Die Playa de Palma bekommt ihre Mauer zurück. Nach Monaten der Kritik und spürbarer Folgen für Anwohner und Geschäftsleute hat die Stadt Palma damit begonnen, den rund 1,65 Kilometer langen niedrigen Betonwall entlang der Strandpromenade wieder aufzubauen.

Die Arbeiten laufen demnach derzeit zunächst im Bereich nahe dem Sturzbach Torrent de Sa Siqui in Richtung El Arenal (Llucmajor) und sollen schrittweise auf weitere Abschnitte der ersten Meereslinie ausgeweitet werden. Die Mauer war zuvor im Zuge umfangreicher Bauarbeiten entfernt worden, darunter die Erneuerung eines rund vier Kilometer langen Regenwasserkanals sowie die Modernisierung der Straßenbeleuchtung entlang der Playa de Palma. Nun werde sie wieder errichtet und später mit Naturstein verkleidet, teilte die Stadtverwaltung mit.

Der Wiederaufbau ist Teil eines größeren Infrastrukturprojekts, das mit rund 10,9 Millionen Euro veranschlagt ist und durch europäische Fördermittel unterstützt wird. Die Arbeiten sollen im Laufe des Sommers abgeschlossen sein.

Auslöser für die nun beschleunigte Wiedererrichtung waren nicht zuletzt die Erfahrungen der vergangenen Wintermonate. Mehrere Sturmtiefs mit kräftigen Winden hinterließen sichtbaren Folgen an dem vor allem bei deutschen Urlaubern beliebten Strand. Ohne den schützenden Wall wurde der Sand ungehindert vom Strand in die dahinterliegenden Bereiche geweht. Promenaden, Grünanlagen sowie angrenzende Straßen und Grundstücke verschwanden teils großflächig unter einer Sandschicht.

Besonders betroffen waren Abschnitte wie Can Pastilla und die Playa de Palma selbst. Auch in Geschäfts- und Wohnräumen entlang der Strandpromenade lagerte sich Sand abgelagert, wenn auch in geringeren Mengen. "Wir haben so etwas seit vielen Jahren nicht gesehen", sagte ein Anwohner aus dem Viertel Las Maravillas im Februar gegenüber der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora".

Bilder von sandbedeckten Flaniermeilen und Grünflächen sorgten über Monate für Unmut bei den Anwohnern entlang der Playa de Palma. "Man kann nicht alles haben. Die Mauer wurde entfernt, und damit hörten Trinkgelage und Alkoholkonsum auf", fasste es ein Anwohner zusammen. "Aber jetzt fehlt uns der Schutz vor dem Sand.“

Mit der Rückkehr der Mauer reagiert die Stadt nun auf diese Beschwerden. Parallel zu den laufenden Bauarbeiten am Entwässerungssystem und an der Beleuchtung soll der wiedererrichtete Wall künftig erneut als Barriere gegen Wind und Sand dienen. Und möglicherweise wieder als Treffpunkt für Horden alkoholisierter Partyurlauber.

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