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Komplett-Umbau der Playa de Palma: So soll der Ballermann auf Mallorca in Zukunft aussehen

Auf der Reisemesse ITB in Berlin hat Palmas Bürgermeister Jaime Martínez seinen Masterplan für den "Lieblingsstrand der Deutschen" vorgestellt. Was sich ändern soll – und worauf sich Urlauber künftig einstellen müssen

Bereits seit zwei Jahren wird an der Playa de Palma auf Mallorca kräftig gebaut | Foto: Archiv

| Playa de Palma, Mallorca |

Die Playa de Palma auf Mallorca – vielen deutschen Urlaubern besser als Ballermann bekannt – steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Palmas Bürgermeister Jaime Martínez hat auf der internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin einen umfassenden, in weiten Teilen allerdings bereits bekannten Plan vorgestellt. Er sieht vor, die Ferienmeile zu modernisieren, nachhaltiger auszurichten und gleichzeitig ihre Rolle als wirtschaftliches Herzstück des Tourismus zu sichern.

Für die Stadt, betonte Martínez, ist die Playa de Palma ein "zentraler Motor der lokalen Wirtschaft". Gleichzeitig möchte Palma die Gegend stärker als modernes und hochwertiges Reiseziel positionieren. Der Entwicklungsplan umfasst mehr als 30 Maßnahmen, die kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen Nachhaltigkeit, bessere Mobilität, neue Infrastruktur, zusätzlicher Wohnraum sowie mehr Sicherheit und Ordnung im touristischen Alltag.

Mehr Grün und Renaturierung

Ein zentraler Baustein der Pläne ist eine "ökologische Aufwertung" der gesamten Zone. Die Playa de Palma soll grüner, lebenswerter und klimafreundlicher werden. Geplant sind neue Grünflächen, renaturierte Bereiche und Infrastruktur, die Umweltbelastungen verringert. Kernstück sind fünf große grüne Korridore, die sich künftig durch das Gebiet ziehen sollen. Einer davon – entlang des Camí de les Meravelles – existiert bereits. Auch das Naturgebiet Es Carnatge rückt stärker in den Fokus: Es soll besser geschützt und ökologisch aufgewertet werden.

Parallel laufen mehrere städtebauliche Projekte. Die Plaza de les Meravelles wird derzeit umgestaltet. Im Laufe des Jahres beginnt außerdem der Umbau des Parks Mar Jònic. Dort entstehen neue Spielplätze, moderne Beleuchtung und erneuerte Wege.

Neue Infrastruktur und bessere Mobilität

Auch beim Verkehr will die Stadt neue Akzente setzen. Im Playa-Viertel Les Meravelles entsteht ein großer oberirdischer Parkplatz mit mehr als 300 Stellplätzen. Er ist Teil eines größeren Parksystems, das künftig mit möglichen Bahnstationen der geplanten Zugverbindung Palma–Llucmajor verknüpft werden könnte. Zusätzlich erweitert Palma das Netz des städtischen Leihfahrradsystems BiciPalma um 13 neue Stationen. Ziel ist ein Mobilitätskonzept, das stärker auf nachhaltige Fortbewegung setzt. Auf dem Gelände der früheren Dino-Golf-Anlage plant die Stadt außerdem eine große Grünfläche mit Sportanlagen – ein neuer Freizeitbereich sowohl für Einheimische als auch für Besucher.

Kultur und neue Projekte

Auch kulturell möchte Palma die Playa de Palma stärker profilieren. Die Stadt will den "historischen Reichtum der Region sichtbarer machen". Ein zentrales Projekt ist dabei ein archäologisches Zentrum im Naturgebiet Es Carnatge. Diese Initiativen stehen auch im Zusammenhang mit Palmas Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2031. Darüber hinaus sind neue Wohnprojekte geplant, wie der Bürgermeister auf MM-Nachfrage bestätigte. Im Bereich Ses Fontanelles entstehen mehr als 400 Wohnungen, weitere knapp 200 in der Gegend Vista Alegre.

Hotels werden weiter aufgewertet

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Modernisierung der touristischen Infrastruktur. Seit der Tourismusreform von 2012 wurden bereits zahlreiche Hotels renoviert und auf Vier- oder Fünf-Sterne-Niveau gebracht. Heute gehören rund 70 Prozent der Hotels an der Playa de Palma zu dieser Kategorie.

Dennoch sieht die Stadt weiteren Handlungsbedarf. Vor allem kleinere Hotels mit drei oder weniger Sternen stehen im Fokus der Aufwertung. Gleichzeitig könnten veraltete touristische Anlagen künftig teilweise zu Wohnraum oder öffentlichen Einrichtungen umgebaut werden.

Kampf gegen illegale Ferienvermietung

Auch gegen illegale Ferienvermietung will die Stadt stärker vorgehen. Gleichzeitig plant Palma, künftig keine neuen touristischen Mietlizenzen für Wohnungen im Gebiet der Playa de Palma mehr zu vergeben. Die Stadt erhofft sich davon eine höhere Qualität des touristischen Angebots. Parallel dazu sollen Handel und Freizeitangebote modernisiert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region langfristig zu stärken.

Neues Messegelände geplant

Ein weiteres Großprojekt ist ein neues Messe- und Veranstaltungszentrum. Auf rund 20.000 Quadratmetern könnten künftig Messen, Kongresse und Großveranstaltungen stattfinden. Die Halle würde Platz für etwa 8000 Besucher bieten. Nach aktuellem Stand könnte der Bau 2027 beginnen.

Mehr Sicherheit am Ballermann

Neben baulichen Veränderungen setzt die Stadt auch auf mehr Sicherheit und Ordnung. Bereits im vergangenen Jahr führte Palma an der Playa de Palma ein spezielles Sicherheitsprogramm für touristische Zonen ein. Die zusätzliche Polizeipräsenz wird auch 2026 wieder eingesetzt. Ziel ist eine rund um die Uhr spürbare Sicherheitspräsenz – insbesondere in den Nacht- und frühen Morgenstunden, wenn sich viele Urlauber an der Feiermeile, dem "Lieblingsstrand der Deutschen", aufhalten.

In den vergangenen zwei Jahren ist an der Playa de Palma bereits kräftig gewerkelt worden. So wurde unter anderem die beliebte Ufermauer abgerissen, die nun durch eine neue ersetzt werden soll. Auch Teile der Promenade und deren Beleuchtung sind bereits modernisiert worden.

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