Das Fleisch schmeckt zart, die Soße würzig – und beim Kauen des Fladenbrots entsteht durch die Explosion der Geschmacksnerven ein Gefühl, als wäre man mitten in Berlin. Ein authentisches Stück Hauptstadt … und das am Ballermann auf Mallorca. Dahinter steckt der Deutsche Kilian Gildenberg, der sich mit türkischem Streetfood in seinen "Döliner"-Imbissen auf der Insel bereits einen Namen gemacht hat.
Der 33-Jährige stand einst sogar als Nachwuchsspieler bei RB Leipzig unter Vertrag – heute bringt er jedoch mit derselben Leidenschaft wie damals als Profi-Kicker das "Berliner Nationalgericht" unter die Leute. Sein neuester Standort ist ein chromglänzender Foodtruck, der seit dem 1. April in der Bierstraße im Lokal Sommerland II des spanischen Gastronomen Carlos Lucio zu finden ist.
Gildenberg ist nicht nur Insel-Gastronom, sondern auch Eventmanager – und hat daher alle Hände voll zu tun. An seiner Playa-Location in der Bierstraße hilft ihm sein Angestellter Ahmet Tapinc, der mit einem elektrischen Dönerschneider verschiedene Gerichte zubereitet. Ob Dönerteller, Dürüm, Hähnchendöner oder Döner Kebab – alles ist halal, wird also islamkonform und ohne Schweinefleisch zubereitet. Und wer es lieber vegan oder vegetarisch mag, kann zwischen Feta-Döner, Falafel-Döner oder Halloumi-Döner wählen. "Wir setzen weiterhin auf die Klassiker – und darauf, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist", so Gildenberg.
Begonnen hatte alles 2024 mit einem Standort in Palma, direkt am Mercat de l'Olivar. Hinzu kam ein weiterer Standort am Bierbrunnen in Cala Ratjada, wo sein 24-jähriger Bruder Thilo tatkräftig mit anpackt. Der erste Standort in Palma existiert inzwischen nicht mehr. Stattdessen expandiert Gildenberg neben dem mobilen Imbiss an der Playa de Palma mit einem weiteren Gastro-Konzept: dem "Little Brunch Mallorca" am Balneario 8, nur einen Steinwurf von seinem Döner-Foodtruck entfernt. Darüber hinaus sind mittlerweile zwei Geschäftspartner mit an Bord: Daniel Schwabe und James Wagner. Alle drei Geschäftsführer verbindet, dass sie aus Berlin stammen. "Fleisch und Brot kommen direkt aus Berlin, die Soßen machen wir selbst", erklärt Schwabe.
Der erste Gang in der Hauptstadt führt immer zum Döner-Imbiss
Und auch wenn die drei Gastronomen hin und wieder in ihre alte Heimat fliegen, gibt es dort für sie vor allem ein festes Ritual: Der erste Gang in der Hauptstadt führt sie zu einem Dönerimbiss. "In Berlin ist Döner fast ein Grundnahrungsmittel. Viele essen ihn mehrmals pro Woche", so James Wagner. Schwabe ergänzt: "Hier auf Mallorca ist es eher etwas Besonderes, nicht Alltag." Dabei sind nicht nur deutsche Urlauber oder Residenten von dem türkischen Gericht auf Mallorca begeistert. Denn auch bei Spaniern kommt es gut an. "Wir haben schon gemerkt, dass wir einen kleinen Trend ausgelöst haben. Mittlerweile eröffnen viele neue Dönerläden auf der Insel", so Gildenberg.
Auch wenn mancher Fast-Food-Konkurrent auf Currywurst setzt, bleibe der Döner weiterhin ganz vorne im Rennen. Dass die Preise für einen Kebap mit 8,90 Euro oder eine Dönerbox (Dönerfleisch, Pommes frites und Soße) für 9,90 Euro höher sind, rechtfertigt Gildenberg mit der Qualität seiner Produkte: "Ein Kilo Fleisch kostet bei Standardlieferanten auf Mallorca etwa 3,90 Euro, bei uns über 9 Euro. Das ist ein riesiger Unterschied."
Sein Geschäftspartner erklärt: "Bei uns werden die Soßen nicht gestreckt. Und auch das Fleisch – ob Hähnchen oder Kalbfleisch – ist von deutlich höherer Qualität als bei lokalen Anbietern." Der aktuelle Trend auf der Insel zeige zudem, dass Kunden zunehmend bereit seien, für gutes Fleisch mehr zu bezahlen. Doch auch die allgemeine Preissteigerung spiele eine Rolle: "Transportkosten, Energiepreise und Einkaufskosten sind stark gestiegen. Alles muss per Schiff auf die Insel gebracht werden."
Im neuen Little Brunch Mallorca der drei Berliner stehen hingegen neben einem breiten Brunch-Angebot auch andere Gerichte auf der Speisekarte. Besonders ins Auge fällt dabei der "Smash Burger", der gastronomisch im Mittelpunkt steht. "Der Unterschied zu einem klassischen Burger liegt vor allem im Fleisch. Beim Smash Burger wird es auf einer heißen Platte ganz flach gedrückt", erklärt Gildenberg. Und sein Business-Partner James Wagner ergänzt: "Das Fleisch mit vielen Röstaromen hat einen höheren Fettanteil, etwa 25 Prozent, während normale Patties bei 10 Prozent liegen."