Kaum lässt sich die Sonne auf Mallorca blicken, treibt es Ausflügler mit Auto und Rennrad zur im Norden Mallorcas gelegenen Halbinsel Formentor. Kurz vor Beginn der saisonalen Verkehrsbeschränkungen verschärft sich dort die Lage: Enge und kurvige Straßen, dichter Autoverkehr und zahlreiche Radfahrer sorgten Montag für Staus und teils gefährliche Situationen.
Vor allem an beliebten Aussichtspunkten wie dem Mirador des Colomer und auf der Zufahrt zum Leuchtturm kam es laut MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" zu erheblichen Behinderungen. Die gleichzeitige Nutzung der schmalen Strecke durch Autos und Radtouristen sorgt seit Jahren regelmäßig für Konflikte zwischen beiden Gruppen. Nicht selten setzen Radfahrer trotz beengter Verhältnisse zu riskanten Überholmanövern an. Stürze mit folgenschweren Verletzungen gehören in solchen Momenten zum Alltag.
Besonders angespannt sei die Situation im letzten Abschnitt zum Leuchtturm, schreibt das Regionalblatt. Dort führe der begrenzte Parkraum regelmäßig zu langen Warteschlangen, Wartezeiten von 30 Minuten und mehr seien keine Seltenheit.
Die Behörden reagieren seit Jahren mit zeitlich begrenzenten Einschränkungen: In dieser Jahr wird die Zufahrt zur Halbinsel bereits ab dem 15. Mai und damit früher als in den Vorjahren reguliert. Die Maßnahmen gelten bis zum 15. Oktober und sehen zwei Sperrzonen vor. In diesen Bereichen dürfen tagsüber zwischen 10 und 22 Uhr nur noch berechtigte Fahrzeuge verkehren, darunter Anwohner, Busse, Einsatzkräfte und Radfahrer.
Hintergrund der Anpassung ist eine veränderte Besucherentwicklung. Während im Oktober die Nachfrage zurückgeht, steigt sie im Frühjahr deutlich an. Nicht zuletzt wegen der bevorstehenden Radveranstaltung Mallorca 312 setzt derzeit ein regelrechter Run auf Formenter ein.
Zugleich nimmt die Zahl der Verstöße zu. Nach Angaben des Inselrats verhängte die spanische Straßenverkehrsbehörde DGT im vergangenen Jahr rund 2300 Bußgelder wegen Missachtung der Zufahrtsregeln – deutlich mehr als im Jahr zuvor. Die Strafen liegen zwischen 100 und 200 Euro. Um die Situation zu entschärfen, setzt die Inselverwaltung verstärkt auf entsprechende Information vor Ort. Zusätzliches Personal soll Besucher vor Ort über die geltenden Regeln aufklären.