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Luxusvillen als Bordell: Polizei hebt mutmaßliches Prostitutionsnetz an der Playa de Palma aus

Zwei Verdächtige sollen Frauen nach Mallorca gelockt und in Villen ausgebeutet haben – Ermittler sprechen von organisiertem System mit hohen Zwangszahlungen

Nach Angaben generierten die verdächtigen Täter monatliche Einnahmen von über 22.000 Euro. | Foto: Patricia Lozano

| Mallorca |

In zwei exklusiven Villen nahe der Playa de Palma von Mallorca hat die Polizei nach eigenen Angaben ein mutmaßliches Prostitutionsnetz zerschlagen. Festgenommen wurden ein spanischer Mann und eine Frau südamerikanischer Herkunft. Beide stehen im Verdacht, Frauen zur Prostitution angeworben und sie anschließend unter fragwürdigen Bedingungen auf der Insel untergebracht zu haben.

Nach Angaben der Ermittler der Nationalpolizei sollen die Opfer bereits im Herkunftsland der Frau rekrutiert worden sein. Nach ihrer Ankunft auf Mallorca wurden sie in den Villen untergebracht und mussten dort zwischen 350 und 400 Euro pro Woche für ihr Zimmer zahlen. In den Räumlichkeiten lebten teilweise zwei Frauen gemeinsam, während die Verdächtigen selbst einen auffällig hohen Lebensstandard pflegten.

Hohe Mieten, systematische Ausbeutung

Die Ermittlungen zeigen nach Polizeiangaben ein klar strukturiertes Vorgehen. Neben den Mietzahlungen sollen die Frauen auch gezwungen worden sein, zusätzliche Einnahmen über den Verkauf von Getränken zu erwirtschaften. Die beiden Verdächtigen sollen mehrere Villen im Bereich der Playa de Palma angemietet haben – eine davon nutzten sie selbst.

Auffällig war laut Ermittlern das Missverhältnis zwischen Einkommen und Lebensstil der Beschuldigten. Während der Mann lediglich eine beitragsabhängige Rente bezogen haben soll und die Frau keine bekannte legale Einkommensquelle hatte, sollen durch die erzwungenen Zahlungen der Opfer monatlich zwischen 19.600 und 22.400 Euro generiert worden sein.

Mindestens 20 Opfer identifiziert

Nach bisherigen Erkenntnissen wurden mindestens 20 Frauen sowie ein Mann Opfer der mutmaßlichen Ausbeutung. Die Betroffenen sollen unter Druck in den Villen gearbeitet haben, die nach außen hin als private Unterkünfte auftraten, intern jedoch als Orte der Prostitution genutzt worden sein sollen.

Die Nationalpolizei hat die beiden Verdächtigen inzwischen festgenommen. Ihnen werden unter anderem Prostitution unter Zwang sowie Förderung illegaler Einwanderung vorgeworfen. Die Ermittlungen dauern an, auch um mögliche weitere Beteiligte und Strukturen des Netzwerks zu identifizieren.

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