Palma reagiert auf zunehmende Sicherheitsdebatten an Mallorcas bekanntester Partymeile: Die Stadtverwaltung hat gemeinsam mit Leitung der Lokalpolizei und Unternehmern der Playa de Palma einen Maßnahmenplan für den Sommer beschlossen. Ziel ist es, illegale Straßenverkäufer zurückzudrängen, die Polizeipräsenz massiv zu erhöhen und das Sicherheitsgefühl für Urlauber spürbar zu verbessern. Bürgermeister Jaime Martínez traf sich dazu am Dienstag (21.4.) im Rathaus mit Vertretern der Wirtschaft.
Kern des Plans ist eine deutlich engere Zusammenarbeit zwischen Lokalpolizei und Nationalpolizei. Vor allem in stark frequentierten Bereichen wie der Strandpromenade und den Einkaufszonen sollen zusätzliche Beamte eingesetzt werden. Die Behörden wollen damit nicht nur Kriminalität eindämmen, sondern auch das „zivilisierte Zusammenleben“ in der Hochsaison sichern.
Mehr Polizei – weil die Zahlen steigen
Der Handlungsdruck ist real: Auf Mallorca insgesamt ist die Kriminalität zuletzt gestiegen. 2025 wurden über 56.000 Straftaten registriert – ein Plus von rund sieben Prozent. Besonders auffällig: Raubdelikte nahmen um 19 Prozent zu, Diebstähle um mehr als 15 Prozent. Gerade die Playa de Palma gilt als Brennpunkt. Allein im Sommer 2025 nahm die Polizei in Palma mehr als 450 Verdächtige fest, rund 190 davon direkt an der Playa. Häufigste Delikte: Taschendiebstahl, Raub und Betrug. Die Täter nutzen oft gezielt die Situation vieler Urlauber aus – Alkohol, Unachtsamkeit und volle Strände machen es leicht.
Gewalt, Diebstahl, dubiose Szenen
Wie konkret die Gefahr sein kann, zeigen zahlreiche Fälle aus dem vergangenen Jahr. Im Juni etwa überfielen drei Männer Urlauber an der Playa de Palma, schlugen auf ihre Opfer ein und raubten sie aus – zwei Verletzte mussten ins Krankenhaus. Auch scheinbar kleinere Delikte eskalieren: Im Sommer 2025 wurde ein aggressiver Dieb festgenommen, nachdem er Badegäste bestohlen und dabei einen Urlauber verletzt hatte.
Hinzu kommen strukturelle Probleme. Taschendiebstahl gehört laut Polizei zu den häufigsten Delikten, oft begangen von organisierten Banden. Gleichzeitig berichten Behörden immer wieder von Gewalt unter stark alkoholisierten Touristen – von Schlägereien bis zu schweren Unfällen. Ein weiteres dunkles Kapitel: Straßenprostitution und Menschenhandel. Studien zeigen, dass die Balearen zu den Regionen mit besonders hoher Zahl an Prostituierten zählen – oft unter Zwang und in kriminellen Strukturen organisiert.
Zwischen sicher und gefährlich
Trotz dieser Vorfälle betonen die Behörden: Die Playa de Palma ist kein rechtsfreier Raum. Polizeichefs sprechen sogar davon, Mallorca sei „einer der sichersten Orte der Welt“. Gleichzeitig räumen sie ein, dass es insbesondere durch Massentourismus und Alkoholexzesse regelmäßig zu Problemen kommt. Genau hier setzt der neue Sicherheitsplan an. Neben mehr Beamten sollen gezielte Kontrollen gegen illegale Händler stattfinden, die oft gefälschte Waren verkaufen und teilweise mit Diebstählen in Verbindung gebracht werden. Auch die Präsenz in Einkaufsstraßen wird verstärkt, um Touristen besser zu schützen.