Am Flughafen von Palma de Mallorca kommt es zu Beginn der Hochsaison erneut zu Spannungen wegen der Unzufriedenheit von Beschäftigten. Die Mitarbeiter des Hilfsdienstes für Personen mit eingeschränkter Mobilität (PMR) an Son Sant Joan haben mit einem Streik gedroht, sollten sich ihre Arbeitsbedingungen nicht verbessern, und haben am zurückliegenden Dienstag einen Protest begonnen, bei dem sie sich weigern, Überstunden zu leisten und individuelle Vertragsverbesserungen zu akzeptieren.
Der Konzessionsnehmer des Dienstes, das Unternehmen Adelte Transporte, steht im Zentrum der Kritik der Beschäftigten, die behaupten, dass ein Großteil der festangestellten, aber befristeten Belegschaft Verträge über 20 oder 30 Wochenstunden hat, während das Unternehmen regelmäßig auf Arbeitszeitverlängerungen und Überstunden "ohne vorherige Planung" zurückgreift. Einige Beschäftigte, so behaupten sie, müssen bis zu 17-Stunden-Tage absolvieren.
Weigern keine Option
"Sie rufen uns praktisch von einem Tag auf den anderen an, damit wir länger arbeiten, und wenn man sich weigert, befürchtet man Repressalien", berichten Vertreter der Gruppe. Die Beschäftigten machen zudem geltend, dass sich diese Arbeitszeitverlängerungen später nicht in den Arbeitslosengeldleistungen niederschlagen, da die Beitragsbemessungsgrundlagen an die ursprünglichen Teilzeitverträge gebunden bleiben.
Die Situation, fügen sie hinzu, führe zu einer starken physischen und psychischen Belastung in einem besonders sensiblen Dienstleistungsbereich. "Wir transportieren keine Waren; wir arbeiten mit Menschen, die Betreuung und Begleitung benötigen", erklären sie. Die Beschäftigten versichern, dass der Druck, Wartezeiten zu verkürzen, eine angemessene Betreuung von blinden Passagieren, älteren Menschen oder Nutzern mit schwerer Mobilitätseinschränkung erschwere.
Die Gruppe versichert, dass die Situation bereits den Gewerkschaften und der Arbeitsaufsichtsbehörde gemeldet wurde, kritisiert jedoch die Langsamkeit der Verwaltungsverfahren. Sie fordern zudem ein stärkeres Engagement von AENA als Verantwortliche für die Vergabe der Flughafenkonzession.
Bitte um Geduld
In der Zwischenzeit bitten die Beschäftigten die Passagiere um Verständnis für mögliche Verzögerungen bei der Betreuung in den kommenden Wochen. "Wir werden weiterhin alle betreuen, aber der Service kann sich verlangsamen, da wir keine Überstunden mehr akzeptieren werden", erklären sie.
Die Belegschaft schließt eine Verschärfung der Mobilisierungsmaßnahmen nicht aus, sollte keine Einigung mit dem Unternehmen erzielt werden. Tatsächlich geben die Beschäftigten zu, dass bereits die Einberufung eines Generalstreiks im PMR-Dienst von Son Sant Joan geprüft wird – ein Szenario, das mit der Zunahme von Ankünften von Touristen auf Mallorca zusammenfallen könnte.