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BERUFSVERBAND KLAGT

"In der Fahrbahnmitte": Mallorcas Busfahrer sind nicht gut auf Radtouristen zu sprechen

"Manche Kollegen sind völlig zermürbt". Der Berufsverband fordert die Politik auf, dem wilden Treiben großer Fahrergruppen Einhalt zu gebieten. Wie, das wüssten sie bereits.

Verunglückter Radfahrer auf der Halbinsel Formentor (Symbolbild). | Foto: R.S.

| | Palma de Mallorca |

Mallorcas Busfahrer machen mobil gegen die Flut von Radtouristen in der Serra de Tramuntana. Nach Angaben des Berufsverbands ACTUA geraten Busfahrer auf den engen Bergstraßen der beliebten Ferienregion "zunehmend an ihre Belastungsgrenze". Vor allem auf der kurvenreiche Straße nach Sa Calobra komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil große Gruppen von Radfahrern und zahlreiche Mietwagen gleichzeitig unterwegs seien.

Die Chauffeure sprechen von einem "Alltag voller Stress und Risiken". Täglich seien "Horden von Radfahrern" auf den schmalen Straßen unterwegs, die teils mit hoher Geschwindigkeit bergab rasten. Manche Radfahrer nutzten dabei die Fahrbahnmitte oder behinderten das Überholen von Bussen, berichten die Fahrer. Dadurch komme es immer wieder zu "kritischen Situationen" und teils folgenschweren Unfällen.

Der Berufsverband will die Probleme inzwischen dem Dachverband der Verkehrsunternehmen gemeldet haben, um "gemeinsam nach Lösungen" zu suchen. Von den Behörden erwarten die Busfahrer vor allem eine" bessere Regulierung des Verkehrs". Konkret schlagen sie vor, für Radfahrer feste Zeitfenster einzuführen, die nicht mit den Fahrzeiten der Busse kollidieren. Für Busse gelten auf der Strecke bereits genaue Vorgaben der Gemeinde Escorca: Um Gegenverkehr auf der extrem schmalen Straße zu vermeiden, dürfen Busse Sa Calobra nur zu bestimmten Zeiten hinunter- beziehungsweise hinauffahren.

Die Konflikte beschränken sich nach Darstellung der Fahrer nicht auf Sa Calobra. Auch andere touristische Hotspots auf Mallorca gelten in der Hauptsaison als überlastet. Genannt werden unter anderem der Aussichtspunkt Formentor bei Pollença sowie Sa Foradada bei Deià. Dort träfen Reisebusse regelmäßig auf "unzählige Mietwagen und Radtouristen". Selbst Parkgebühren hätten die Verkehrsprobleme bislang nicht entschärft.

Hinzu komme die starke Konzentration von Ausflugsgästen am Coll de sa Batalla kurz vor dem Kloster Lluc. Dort nutzten täglich "Tausende Urlauber" Tankstelle und Bar als Zwischenstopp. "Es ist unmöglich, unter diesem täglichen Stress zu arbeiten, manche Kollegen sind völlig zermürbt", zitierte die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" einen Busfahrer.

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