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Playa de Palma ohne Säufer: Was ein Dromedar in den 60ern auf Mallorca machte!

Die Autorin und Philosophin Patricia Almarcegui berührt die Geschichte von Mohamed in ihrem Essay "30.000 Dromedare", den sie am Samstag in Palma in einer Buchhandlung vorstellt

Auf einer Postkarte aus den 60er Jahren wurde Mohamed so dargestellt.

| Palma, Mallorca |

In den 1960er Jahren gab es an der Playa de Palma auf Mallorca ein Dromedar, das Touristen bespaßte. Es hieß Mohamed und transportierte Touristen durch die Bucht von Palma bis zur Kathedrale. Die Autorin und Philosophin Patricia Almarcegui berührt seine Geschichte in ihrem Essay "30.000 Dromedare", den sie am Samstag in Palma in einer Buchhandlung vorstellt.

Almarcegui erinnert sich, dass ihre Faszination für Mohamed bei der Teilnahme an einer Tagung über Tourismus, dessen Entwicklung und Auswirkungen begann. Dort sah sie ein Bild des berühmten Dromedars, das sie "faszinierte". Almarcegui sagt: "Seine visuelle Kraft weckte meine Neugier und Fantasie voll und ganz."

So begann Almarceguis Interesse an dem Dromedar, von dem es zu ihrer Überraschung während ihrer Recherchen nicht nur eines, sondern gleich drei gab. "Ich beginne zu recherchieren und stelle fest, dass 1962 ein Herr namens Mateu Campet auf einer Reise nach Marokko drei Dromedare kauft und sie nach Mallorca bringt." In ihren Interviews mit Menschen, die sie gesehen hatten – denn Campet hielt die Tiere in Sant Jordi, wenn er nicht gerade mit ihnen am Strand spazieren ging –, erzählten ihr einige, dass eine von Campets Obsessionen "Lawrence von Arabien" war, ein Film, der in Spanien genau 1962 in die Kinos kam.

Außendarstellung

Die Idee des Dromedars ist an sich schon die Orientalisierung verkörpert in einem Tier und Mallorca, das in jenen Jahren einen regelrechten Besucheransturm erlebte, wollte genau dieses fantastische und märchenhafte Bild verkaufen, ein mystisches, geheimnisvolles Gebiet zu sein, in dem "alles Mögliche passieren kann". Almarcegui selbst erklärt es so: "Die Balearen wurden mit dem Orient in Verbindung gebracht, in dem Sinne, dass es der Ort ist, an dem alle Wünsche in Erfüllung gehen und alle Träume befriedigt werden, vom Baden über das Essen bis hin zum Geschlechtsverkehr."

Es handelt sich um die Konstruktion eines völlig irrealen Bildes, das sich aus Mythen verschiedener Art zusammensetzt und zu denen Mohamed ungewollt beitrug, indem er auf Postkarten abgebildet wurde. Ausgehend von der Tatsache, dass Mohamed ein Opfer war, beschränkt sich Almarcegui daher nicht nur auf die Kritik, die natürlich vorhanden ist, sondern betont auch den positiven Aspekt der Hommage an diesem Tier und dessen Verwendung als Symbol dafür, dass eine andere Welt möglich ist. "Ich hatte viel Spaß dabei, mir das Leben dieses Dromedars vorzustellen, wie zum Beispiel, wie es war, im Januar 1964 Schnee fallen zu sehen oder den Aufstieg nach Sóller." Für Almarcegui steht Mohamed für unbekannte Möglichkeiten.

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