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Zukunft des Einkaufszentrums Palma Springs unsicher

Das zum Teil mit Bauschutt verfüllte Feuchtgebiet von Ses Fontanelles (links im Bild) liegt an der Playa de Palma, zwischen Can Pastilla und dem Meeresaquarium. | Foto: Michels

| Platja de Palma, Mallorca |

Das Baudezernat von Palma de Mallorca will den Bauantrag für ein 230-Millionen-Euro-Projekt im Feuchtgebiet Ses Fontanelles an der Playa de Palma ablehnen. Dort will der französisch-niederländische Konzern Unibail-Rodamco bekanntlich das Einkaufszentrum Palma Springs errichten.

Das endgültige Nein will das die Stadtverwaltung kommende Woche nach den spanischen Parlamentswahlen aussprechen, teilte das Rathaus am Dienstag mit. Der Verband der balearischen Bauunternehmer (Proinba) warnte seinerseits: Mit der Ablehnung des Vorhabens könnte auf die Stadt eine Entschädigungsforderung in vielfacher Millionenhöhe zukommen.

Wie Baudezernent Antoni Noguera mitteilte, solle die endgültige Ablehnung am Dienstag kommender Woche erfolgen, auch, "um  das Verfahren von den Wahlen am 20. Dezember abzutrennen". Wie die spanische MM-Schwesterzeitung Ultima Hora unter Berufung auf Nachrichtenagenturen am Dienstag online berichtete, benennt die Stadt als Gründe für die Ablehnung des Bauantrags das Fehlen von Dokumenten. 

So müssten die Antragsteller den Angaben zufolge auch eine Betriebsgenehmigung für das geplante Einkaufszentrum vorweisen. Genau diese Genehmigung war jedoch bereits von der konservativen Vorgängerregierung abgelehnt worden. Der Konzern hatte gegen diesen Bescheid Klage eingereicht, seitdem ist die Angelegenheit gerichtsanhängig. 

Der Verband der Bauunternehmer appellierte an die Stadt, nicht voreilig Tatsachen zu schaffen, sondern die Entscheidung der Richter abzuwarten. Man sei bereit, im Dialog und auf der Grundlage der Gesetze eine bestmögliche Lösung anzustreben.

Der Bauplatz, der zu Jahresbeginn noch mit Straßen und Versorgungsleitungen ausgestattet worden war, ist höchst umstritten: Naturschützer wollen das Feuchtgebiet erhalten wissen. Der Baukonzern verweist seinerseits auf die gemeinsam mit den Umweltbehörden ergriffenen Maßnahmen, um eine seltene Sumpfpflanze umzusiedeln. Auch nach dem Bau des Einkaufszentrums, dessen Pläne 2014 mit großem Pomp präsentiert worden waren, bleibe ein Streifen des Feuchtgebietes als geschützter Naturraum vorhanden.    

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