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Madrid: Zwangsmaßnahmen gegen Katalonien

Regionalregierungschef Puigdemont fordert weiter Dialogbereitschaft von Madrid. | T. Ayuga

| Barcelona |

Der Katalonien-Konflikt spitzt sich zu: Nach Ablauf des Ultimatums der spanischen Zentralregierung hat der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont erneut mit einem Brief geantwortet. Lässt sich Madrid nicht auf das Gesprächsangebot der Separatisten ein, könnte er das katalanische Regionalparlament formell über eine Unabhängigkeit abstimmen lassen.

Fraglich ist nun, wie Madrid reagiert. In Frage kommt eine Anwendung des Artikels 155 der spanischen Verfassung. Auf diese Weise könnte man Katalonien unter Zwangsverwaltung stellen und die Landesregierung entmachten. Der konservative spanische Regierungschef Rajoy hatte sich im Vorfeld die Unterstützung der Sozialisten und der Liberalen für einen solchen Schritt gesichert. Am Samstag soll es nun ein Treffen geben, um die ersten notwendigen Schritte in diese Richtung zu gehen.

Gleichzeitig hieß es, Madrid würde auf die Maßnahme verzichten, sollte Puigdemont Neuwahlen in der nordostspanischen Region ausrufen. Davon war in dem Brief vom Donnerstag aber nicht die Rede. Sollte Rajoy nun Artikel 155 anwenden, könnte die Zentralregierung selbst Wahlen in Katalonien ausrufen.

aktualisiert um 14.21 Uhr

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